Gedanken, Erinnrungen, die in der Welt versanken…

„Ein Gedicht ist nicht das Gekritzel auf einer Seite.“ So sagt/schreibt der Philosoph Timothy Morton. Das stimmt. Das Gedicht hinterlässt Spuren, genauso wie ein Bild. Die Anwesenheit von solchen Spuren, bezeugen die Abwesenheit einer gestaltenden Person, die ich war oder zugleich auch nicht… alle Spuren lassen offen, wie der Betrachter/Leser die ihnen zugrunde liegende Idee erfassen möchte. In dem Gedicht, wie auch in dem Bild dazu, bin ich nicht mehr der Erdenschwere verpflichtet. Ich bin frei.

Trifft nicht das Wort…

Trifft nicht das Wort dich, das voll alten / Geists ein gewanderter Mann dir sendet? / Schon tönets aber ihm in der Brust. Tief quillts, / Wie damals, als hoch oben im Fels er schlief, / Ihm auf. (Hölderlin)

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Die Größe liegt in einer Sprache

…man muss Hölderlin vor seinen Bewunderern schützen. Denn manchmal erscheint seine Sprache als die einzig mögliche… Hölderlins Größe liegt in einer Sprache, bis zum Äußersten aufgeladen… Es gibt Momente medialen Überdrusses, da scheint mir Hölderlins Sprache die einzig mögliche. Eingängig und kristallin klar, transportiert sie in jeder Silbe dann mehr Sinn als eine Tageszeitung. An anderen Tagen erscheinen mir dieselben Verse dagegen dunkel und unverständlich… Eines Tages, ich bin sicher, bin ich Hölderlin gewachsen. So schreibt Denis Scheck in der WELT online vom 18.7.2017. Dem stimme ich absolut zu. Wenn ich Hölderlin als Bewunderer nahe trete, dann, so hoffe ich, entzaubere ebenso wenig das Kristalline seiner Sprache, noch bring ich Licht ins Dunkle.

Ich nehme ihm keine Beichte ab. Eher bläht ein Geist mir die durchsichtigen Segel auf, um aufzubrechen zum Rationalität-Horizont, jener Linie zwischen Sinnlichkeit und Verstand, die Hölderlin zerriss, um seine Kunst zu schaffen. Alles was gesponnen ist, was gedacht, gewünscht und illusioniert ist, und mit dem, was wahrgenommen wird, erinnert wird, ist eins ist alles miteinander ich

Notizen (zum Hölderlin-Thema)

„Der Auftrag… der Kunst als dem höchsten menschlichen Streben ist es neue Objekte zu schaffen und an denen alte Facetten zu entdecken, von deren Existenz wir nichts gewusst haben.“ (Ernest Becker, Sozialanthropologe und interdisziplinärer Denker)