Die Liebenden (Romeo & Julia)

Julia: Wer bist du, der hier, in Nacht gehüllt, mein einsames Selbstgespräche belauscht? – Romeo: Durch einen Namen weiß ich dir nicht zu sagen, wer ich bin; mein Name, theure Heilige, ist mir selbst verhaßt, weil er ein Feind von dir ist. Ich wollt‘ ihn zerreissen, wenn ich ihn geschrieben hätte…

Kalendersprüche / Weisheiten für jeden Tag des Jahres

Tagebücher (wie dieser Blog) archivieren mir die Last/Lust der Vergangenheit, die sich schamlos mit der eigenen Gegenwart einlässt. Mein Ich beschreibt, wie es in Position geht. Ein späteres Ich stellt dann fest, wie falsch oder richtig es ist/war, positioniert sich selber neu und so fort… Eigene Texte verschwimmen im Dunkeln. Jedes Ich schreibt sich blind. Vom Anfang bis Ende kuscheln sich Bilder unter meinen Lidern, die ohnmächtig an einer Wand herunterrutschen, wie zähflüssiger Honig. Meine Zunge rudert durch die Worte, die meine Finger choreografieren, so als wären es Bälle, Keulen, Bänder, die ich zur Hand nehme, um anzugeben vor mir selbst. Ich gehe von Schweigen zu Schweigen. Und schubse mich weiter von Wort zu Wort. Satzniederschläge lassen schnell den Keller voll laufen, der all meine Bilder beinhaltet. In Gläsern regaleweit eingemacht für dürre Zeiten.

Kunst=Reflexionen

…will sagen …“Sun sun sun / Burn burn burn / MOON, MOON, MOON / I will get you…“ denn was bedeutet mir Kunst anderes als solche schlaglichtartigen, fast irren Betrachtungen/Beschreibungen über die Bedingungen des Menschseins… „Some outlaws lived by the side of the lake / The minister’s daughter’s in love with the snake / Who lives in a well by the side of the road / Wake up, girl! We’re almost home / We should see the gates by mornin’ / We should be inside by evening / I am the lizard king / I can do anything*“… = KUNST

(* Jim Morrison)

Schwarze Spiegel

Gibt es Rückkopplungen zwischen Bildern im Traum und den Bilder, die ich tagsüber im Atelier anfertige? Weisen sie eine fraktale Ähnlichkeit auf. In dergleichen Gedanken versunken, spiele ich mit zwei Katzen, einer schwarzen und einer weißen, vor dem Kamin in meinem Atelier und philosophiere, wie die Welt wohl auf der anderen Seite eines Spiegels aussehen würde. Die Bilder, die ich Nachts im Schlaf, im Traum erblicke, sind weit realer als meine „Autonomen Spiegelbilder“, die ich seit geraumer Zeit male, sage ich zu mir selbst. Die „Autonomen Spiegelbilder“ sind abstrakt, losgelöst von Natur und realen Gegenständen, aber ein „schicklichstes Symbolum von Mensch im All [..], in dem sich Alles spiegelt… Schwarze Spiegel lagen viel umher“, zitiere ich leise Arno Schmidt. Sein Buch „Schwarze Spiegel“ ist geprägt vom inneren Konflikt des Erzählers, der hin- und hergerissen ist zwischen der Genugtuung darüber, endlich allein zu sein, und der Sehnsucht nach Gesellschaft. Ich verstehe Ihn nur zu gut. Und erblicke mich in einem weiteren schwarzen Spiegel…

Home Sweet Home

Home is where the heart is / And my heart is anywhere you are / Anywhere you are is home / I don’t need a mansion on a hill / That overlooks the sea / Anywhere you’re with me is home… sing ich glücklich & lauthals vor mich hin während ich durch mein Atelier schreite, die Jahreszeiten kommen und gehen, die Sonne klopft an, die Sterne klingeln an der Tür… Home is where the heart is / Home is so remote / Home is just emotion / Sticking in my throat / Home is hard to swallow / Home is like a rock / Home is good clean living…  Elvis Presley und Lene Lovich balgen sich auf dem Atelierboden wie junge Katzen… Ich sag zu ihnen: Let`s go to your place… Home is – I don`t know.

Es gibt kein endgültiges Foto von schönen Hermaphroditen

Sich etwas erlauben bedeutet an etwas glauben, bedeutet sich etwas lieb und vertraut zu machen. Jeder Mensch erlaubt sich in seiner jeweiligen Sprache, die er beherrscht, ganz spezielle Dinge. Sei es, weil wir uns so sehr daran gewöhnt haben, mit Worten. Oder, wie in der Kunst, auch mit Bildern. Schon seit Längerem versuche ich diese beiden Pole miteinander zu versöhnen. Denn unsere Worte sind immer so vorwitzig. Dabei wird Kunst mehr geatmet, als erzählt. Das glaubt mir aber kaum noch jemand. „Das da“, sagen wir… und die Worte führen uns zu einem Bild, das nachhallt… das Bild flüstert uns etwas ins Ohr der Seele. Es spricht von der Möglichkeit des Sagen=Zeigenkönnens.