Liebe ist´s die mich jauchzend lieben macht

Liebe ist´s die mich jauchzend lieben macht / daß ich ihr voll freude den tribut entrichte / und diese lust wird mir zur ersten pflicht / daß sie vollkommen ich trage ich acht / bei meiner ehre und wider jeden verdacht – / was ich höre erfüllt mich mit zuversicht

Ich war nie auf meinen guten ruf bedacht / und auf lobeshymnen noch weniger erpicht / doch wenn je eine blume ihre blüte verspricht / ist sie es in der sich die lust voll entfacht / und über allem erstrahlt mit ihrer pracht / jäh die sonne die durch die wolken bricht (Guihelm IX., Graf von Poitiers und Herzog von Aquitanien)

für meine Anima

DIP * DIP * DAP *

#im stillen busch den bach hinab / treibt Amor seine spiele. / und immer leise dip dip dap (bezeichnung des schalles bei leisen tritten), so schleicht er nach der mühle. / es macht die mühle klap, rap, rap, / so geht es stille dip, dip, dap, / was ich im herzen fühle  *Willst du das?

I’m gonna sit right down and write myself a letter

Sollte ich es einmal nicht machen wie in dem berühmten Song von Dean Martin beschrieben, dann verfasse ich gerne einen Brief für einen lieben Freund. Ganz Old School. Das heißt: analog. So echt mit der Hand. Auf einem kleinen Stück Papier. Ich bin und bleibe halt ein analoger Spieler in einer digitalen Welt, denke ich. Schreiben ist darin für mich wie Zeichnen.

Und genau das weiß mein Freund Wolfgang Ullrich zu schätzen. „Dank für Ihre Zeichnung…“ antwortet er mir später „auf der man Sie beim Schreiben sieht. Ihr Gesicht ist so hell wie das Blatt – das gefällt mir besonders gut. Ein Bild für die Aufklärung. Und der Stuhl gegenüber ist leer. Ein Hinweis darauf, dass Sie einen Brief schreiben und den Adressaten imaginieren? Ganz leise nähere ich mich, schiebe den Stuhl etwas zurück und lasse mich darauf nieder. Um Sie beim Schreiben aus nächster Nähe zu beobachten. Etwas später, wenn Sie mich bemerkt haben, stoßen wir an. Sieht nach gutem Rotwein aus in den Gläsern. Herzlich grüßend

Ihr W.U.“

Wer nach außen sieht, träumt.

Traumbilder sind Botschaften der Seele. Sie vermitteln einen Zugang zum Unbewussten. Doch die Traumsprache ist meist nicht auf Anhieb verständlich; die Bilder und Symbole müssen »übersetzt« werden. Aus Bildern werden Worte.

„Ich schäme mich meiner Leere“, sagte das Wort zum Werk. „Wenn ich dich sehe, erkenne ich, wie arm ich bin“, sagte das Werk zum Wort. (Tagore) Aus Worten werden wieder Bilder… Wenn ich sie male, durchbreche ich kurz diesen Kreis.

Über die Sehnsucht nach einer Architektur für meine Seelenart

Er, von Jahr zu Jahr älter werdend, aber immer noch intrinsisch motiviert, ein barocker Minimalist, mit Hang zu leicht überbordender Zurückgezogenheit, sucht Galerist*in – (m,w,d) -, also einen Menschen, der auch noch in Gedanken auf Zehenspitzen laufen kann, zwecks gemeinsamer Suche nach Präsentationen „unendlicher Sehnsüchte, die sich in tanzenden Tränen“ zeigen.

Wenn Du mit mir gemeinsam gerne ausrufen möchtest: „Der Kaiser ist ja nackt!“, angesichts der Tiefe der Oberflächlichkeit im Bild der Zeit, dann melde Dich. Sei „der Vogel, dessen Flügel kamen, wenn ich erwachte in der Nacht.“

Veröffentlicht unter Kunst

Tollkühn in ihrer Unentschlossenheit

„Carmen begleitete mich ein Stück, und verließ mich… Man hatte mich gewarnt, sie sei nur eins jener leichten Mädchen, von denen es, je näher man dem Meer komme, viele gebe, mehr als Möwen. Nun war das nichts, was mir Kopfzerbrechen bereitete… Sie litt unter Langeweile wie andere unter Wahnsinn… Mein Paradies ist die Geschichte ihrer Sünden… Gott suchte ein Geheimnis… die Hölle aus puren Fleisch… Und Gott erschuf das Web. Ich liebe ihn für die Idee, die Schöpfung zu vollenden mit etwas, das er selbst nicht verstand.“ (Wolf Wondratschek; aus: „Carmen oder bin ich das Arschloch der achtziger Jahre“)

Verehrt. Geliebt. Vergessen?

„Wunderschön prächtige, hohe und mächtige, liebreich holdselige, himmlische Frau“ oder „liebe, werte Magd“ (?!) „Ich sehe sie dreidimensional vor mir … richtig als Person.“ Die Madonna habe wunderschöne dunkle Haare und himmelblaue Augen. Sie trage ein schlichtes weißes Gewand „… wo durchsichtig ist“. Aber sie sei inzwischen durch eine Wolke unseren Blicken entzogen, einer Wolke „aus Glaube, Liebe und Hoffnung, aus Mythos, Sehnsucht und archetypischen Vorstellungen, aus Weisheit und kindlicher Einfalt, aus Traum und Gebet.“ Aus geerbten Bildern setze ich sie mir, einem spielenden Kind gleich, an meinem Nebenhimmel wieder neu zusammen.

Traditionelle Ästhetik in mehrere Richtungen

Nicht alles im Leben lässt sich bildhaft darstellen. Die eigene Geburt. Der eigene Tod. Meine Kunst leistet hier schlicht Nacharbeit bzw. Vorarbeit. Die eigene Werke machen mir mein Leben auf diese Weise anschaulich. Nicht unbedingt verständlich in einer volkstümlichen Sichtweise. Mein Werk, mein Œuvre, mein Kosmos, eingepfercht in meinem kleinen BLOG. Oder wie Arno Schmidt es sagen würde in „wirr=gekalkten Kellern (= Mäusefarmen!)“.

Fotos, Briefe, Dokumente (wie z.B. mein Fahrtenschwimmer-Abzeichen oder die gewonnenen Urkunden der Bundesjugendspiele), meine TV-Lieblingssendungen („moderne Schriftsteller müssten gesetzlich dazu angehalten werdn, zu notiren, was für Sendungen sie=sich so täglich angesehen habn“, forderte Arno Schmidt stets vehement), so vieles fehlt auf meinem BLOG. Wahre Bilder der Liebe, in denen sich der Mensch buchstäblich nackt zeigt? Die eigenen Abgründe, die Ängste, die Offenheit, das Intimste vom Intimen?! Mea culpa.

„Was ich fühle, wie drücke ich es aus? Der Mensch ist doch immer, selbst auch auf seinem BLOG, allein“ (frei nach Heinrich von Kleist, der leise vor sich hin singt: „Happiness Is a Warm Gun“.)