Das Wunderland hinter den Jalousien (Du fragst dich was wohl kommen wird)

Allgemein betrachtet werden heruntergelassene Jalousien im Traum als ein Hinweis an den Träumenden verstanden, dass er in der Wachwelt einer bestimmten Situation oder einem Problem mit Ablehnung gegenübersteht…

Er möchte von der Angelegenheit am liebsten nichts wissen? Doch! So wie durch eine Jalousie immer noch Licht und Luft oder Geräusche hindurch kommen, dringen auch im realen Leben die Problematiken zum Träumenden durch…

Ist die Traum-Jalousie erst einmal hochgezogen, deutet dies die allgemeine Traumdeutung dahingehend, dass der Träumende im realen Leben bereit ist, etwas sehr Persönliches von sich preis zu geben. Sieht der Träumende durch eine Jalousie im Traum hindurch, lässt sich dieses Traumverhalten als ein Sinnbild für die Neugierde des Träumenden interpretieren…

Die spirituelle Traumdeutung sieht in dem Hindurchsehen durch eine Jalousie im Traum dagegen vielmehr ein Ausdruck für einen sibyllenhaften Wissensdurst des Träumenden…

 

In·s·pi·ra·ti·on / ɪnspiraˈt͜si̯oːn,Inspiratión

„Herr Bach, sagen Sie unserem Publikum doch kurz: Wie entstehen bei Ihnen die Ideen?“

„Tja, ich weiß nicht, manch einer behauptet, die Inspiration wäre so ein schöpferischer Einfall, ein Gedanke, also eine plötzliche Erkenntnis. Sie verstehen, eine erhellende Idee, die jemanden, besonders bei einer geistigen Tätigkeit, weiterführt… Erleuchtung, Eingebung – „künstlerische, dichterische, musikalische Inspirationen“… So etwas halt. Noch besser wäre allerdings: Inspiration ist das Einatmen während einer zynischen Hysterie Stunde! Zynische Hysterie Stunde. O, der wunderbare Titel (original: „Filmworks VII: Cynical Hysterie Hour“), der einfach hervorragend für mein Inspirationsverständnis stehen könnte/sollte, geht zurück auf das 1989Album von John Zorn. Der Musiker, den ich sehr schätze. Er komponiert hier für eine Serie von japanischen Zeichentrickfilmen, die der Künstler Kiriko Kubo geschaffen hat; Stück 20 auf der CD ist „Omelet Punk 1“ (0:21) … Stück 24 lautet „Omelet Punk 2“ (0:28)…

… beides sind (eigentlich echt kurze) Quellen der Inspiration für mich. Wissen Sie, ich kann nicht mal die einfachste Tonleiter spielen. Bei einem Nachnamen wie dem meinen, schon etwas peinlich, finde ich. Oder?

Stattdessen könnte ich aber, wenn verlangt, ein Gedicht aufsagen. Wie zum Beispiel: „Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund, ich schrie mir schon die Lungen wund nach deinem weißen Leib, du Weib. Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht, da blüht ein süßer Zeitvertreib mit deinem Leib die lange Nacht. Da will ich sein im tiefen Tal. Dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl…

Im tiefen Erdbeertal, im schwarzen Haar, da schlief ich manchen Sommer lang bei dir und schlief doch nie zu viel. Komm her… ich weiß ein schönes Spiel im dunklen Tal, im Muschelgrund… ach, ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!“ Von François Villon. Würde mich wirklich inspirieren.

Ob nun Omelet oder Erdbeere… ich mag beides. Oder ich finde eine Fotografie von Dennis Hopper und – ZACK – bin ich inspiriert zu bestimmten Arbeiten.

Fast könnte man meinen, ich könnte nicht zurückhalten, so eine Art (künstlerische) Ejaculatio praecox; aber ich schwebe einfach so dahin, im Traum… und da kommt mir schon so manch eine Idee…

Ich schalt‘ die Glotze an / Die Daltons Waltons, everyone  / Ich glotz‘ von Ost nach West, 2, 5, 4 / Ich kann mich doch gar nicht entscheiden / Ist alles so schön bunt hier!…

Ja, ich lasse es einfach geschehen. Zurückhaltung ist mir genauso unerträglich, wie die vollauteste Aufschneiderei. Ich zeichne halt, wie einem der Schnabel gewachsen ist… Manch böse Lästerzunge kräht, ich wäre „ A Little Busy Body“, aber das stört mich nicht…

Frauen!… so heißt es, sie inspirieren uns zu großen Dingen. Hindern uns aber dann daran, diese auszuführen. Hahaha! Das ist lustig…

Und die Inspiration? Ich glaube, das ist eine alte romantische Idee ohne Sinn und Verstand. Wissen Sie, wer das gesagt hat? Rodin! Ich frag mich, ob der Omeletts mochte. Schon gewusst? Omeletts sind weltweit beliebt. In Spanien heißt die Eierspeise Tortilla und besteht klassisch aus in Olivenöl angebratenen Eiern, Kartoffeln und Zwiebeln. Apropos Zwiebeln. Ich hab mal eine benutzte, mit Essensresten verschmierte Pizzaschachtel, in der ich mir eine Pizza Cipolla/Zwiebel gekauft hatte, zum Kunstwerk umgestaltet. Mit etwas Bootslack alles versiegelt, ein paar liturgische Farben wie ein Smaragdgrün, Marienblau, Blutrot drauf und – ZACK – fertig. „Das vorletzte Gericht“ hatte ich die Arbeit getauft. Und schnell einen Käufer dafür gefunden… Ach ja, Inspiration.

Ein echtes gefühlsmäßiges Durcheinander, nicht wahr? Leider muss ich gestehen, dass mir auf die Schnelle dazu leider überhaupt nichts einfällt.“

Heimatfront ≥ Kunstmarkt

Genauso. Und nicht anders.

(P.S. Warum ich Ausstellungen so sehr hasse? Ich bin wie Marsyas, so please be kind. Well, this is (like) my first affair, please be kind / Handle my heart with care, please be kind / This is all so grand, my dreams are on parade…  Marsyas, der Satyr, er spielte im Verborgenen. Als er an die Öffentlichkeit trat, da wurde seine Kunst blosser Wettstreit. Aber wahre Kunst entsteht nur im intimsten Raum der Zurückgezogenheit. So tell me your love’s sincere, please be kind / Tell me I needn’t fear, please be kind / ‚Cause if you leave me, dear, I know my heart will lose its mind / If you love me, please be kind / This is my first affair…)

Fahndungserfolg

Die Sonne bringt es an den Tag. Oder die Zeit.

Das kleine Gemälde (oben links im Bild) zeigt die Mutter von James Abbott McNeill Whistler. Mein Freund Ron und ich, wir studierten zusammen Illustration, mochten dieses berühmte Werk des amerikanischen Malers immer sehr gerne. Ich ließ Ron damals mehr als Jux, als ich ihn 1988 portraitierte, deshalb wohl diese besondere Pose einnehmen. An wen ich das Bild später verkaufte, weiß ich heute nicht mehr. Und ich hatte das Bild meines Freundes auch längst vergessen, bis zu dem Moment, als es via Facebook jetzt überraschenderweise mit all den Erinnerungen wieder auftauchte.