Das Sittlichkeitsdelikt

Die Sonne stach. Er wankte durch die Wälle / Und sehnte sich nach Allem, was er sah. Die Philosophin Svenja Flasspöhler ist schwer beunruhigt. Über die, wie sie sagt: „Unfähigkeit, Ambivalenz auszuhalten…

(…) die Kunstwerke selbst müssen (…) rein sein, weil man sich sonst belästigt fühlt. Wann tangiert mich etwas? Was verletzt mich? Wird durch dieses oder jenes meine Würde angetastet? An diesen Formulierungen merkt man schon, wie zentral das Fühlen und Empfinden für uns ist. Sensibilität ist der Motor des Anerkennungskampfes von unterdrückten Gruppen. Aber sie kann eben auch vom Progressiven ins Regressive kippen und zu moralischem Totalitarismus führen…(…) Es gibt eine Angst davor, als reaktionär dazustehen, wenn man in die Differenzierung geht.“ (Nachzulesen in der taz / FUTURZWEI Nr.9 ) Dann war es, dass die Hände streicheln mussten / Und dass das Kind bösartig hässlich schrie… Und Hunde heulten hinter jedem Tor. (Max Hermann-Neisse)

Die Bestäubung

Meine Sprache bringt Bilder hervor. Schwungvolle Überdrehungen, vielleicht aber auch abgründige Petitessen. Wer kann das mit Sicherheit sagen? Mir kommt es so vor, es wären es oft stille Gebete an die Narben meiner geliebten Fruchtblätter…

Das Urteil des Paris (The House Of The Rising Sun #1)

Paris beschaut sich in New Orleans ganz spezielle Vitrinen.

Der Jüngling will ein Urteil fällen. Kein leichtes Unterfangen. Er singt, er stöhnt erregt: „There is a house in New Orleans / They call the Rising Sun / And it’s been the ruin of many a poor boy / And God I know I’m one / My mother was a tailor / She sewed my new blue jeans / My father was a gamblin‘ man / Down in New Orleans / Now the only thing a gambler needs / Is a suitcase and trunk / And the only time he is satisfied / Is when he’s on a drunk / Oh mother tell your children / Not to do what I have done / Spend your lives in sin and misery / In the House of the Rising Sun / Well, I got one foot on the platform / The other foot on the train / I’m goin‘ back to New Orleans / To wear that ball and chain / Well, there is a house in New Orleans / They call the Rising Sun / And it’s been the ruin of many a poor boy / And God I know I’m one“…

Oja, wäre das Schöne ein See, so läge tief an seinem Grund ein sprachloser glücklicher Augenblick. Oder anders formuliert: Das Problem bei den Göttinnen ist, sie sind alle ganz unbeschreiblich schön. „Jede Frau ist ein Geheimnis, dass nach Lösung drängt,“ urteilt Paris für sich selbst. „Aber ihrem wahren Liebhaber verheimlichen sie nichts. Die Farbe ihrer Haut kann mir verraten, was sie sucht. Ein Ton, wie die Knospe einer Rose, rosarot bleich, sehnt sich nach der Wärme der Sonne, die ihre Blütenblätter zum Aufgehen verführt. Die blasse und zarte Haut der Rothaarigen sucht die Lust der Wälder, die sie krachend dem Ufer bricht. Die mich sehen lässt, was verborgen liegt und das Schäumen der entzückenden Liebe an die Oberfläche holt. Also sag mir, deine Liebe ist aufrichtig, bitte sei freundlich. Behandle mein Herz mit Sorgfalt, bitte sei freundlich.“

Das Urteil des Paris (The House Of The Rising Sun #2)

Die Göttinnen, die Paris sich anschaut, sie präsentieren sich ihm allesamt provozierend nackt…

Hera verspricht Paris, als sie bemerkt, dass der Jüngling sie mustert, im Falle ihrer Wahl Macht. Athene verspricht ihm Weisheit und Aphrodite grenzenlose Liebe. Eine dieser Göttinnen summt, als Paris sie in der Vitrine beschämt betrachtet: „There is a house in New Orleans they call the Rising Sun / It’s been the ruin of many a poor girl and me, O God, for one / If I had listened what Mama said, I’d be at home today / Being so young and foolish, poor boy, let a rambler lead me astray / Go tell my baby sister never do like I have done / To shun that house in New Orleans they call the Rising Sun / My mother she’s a tailor, she sewed these new blue jeans / My sweetheart, he’s a drunkard, Lord, Lord, drinks down in New Orleans / The only thing a drunkard needs is a suitcase and a trunk / The only time he’s satisfied is when he’s on a drunk / Fills his glasses to the brim, passes them around / Only pleasure he gets out of life is hoboin‘ from town to town / One foot is on the platform and the other one on the train / I’m going back to New Orleans to wear that ball and chain / Going back to New Orleans, my race is almost run / Going back to spend the rest of my days beneath that Rising Sun“…

Oja, wäre das Schöne ein See, so läge tief an seinem Grund ein sprachloser glücklicher Augenblick. Oder anders formuliert: Das Problem bei den Göttinnen ist, sie sind alle ganz unbeschreiblich schön. Jede Frau ist ein Geheimnis, dass nach Lösung drängt,“ urteilt Paris für sich selbst. „Aber ihrem wahren Liebhaber verheimlichen sie nichts. Die Farbe ihrer Haut kann mir verraten, was sie sucht. Ein Ton, wie die Knospe einer Rose, rosarot bleich, sehnt sich nach der Wärme der Sonne, die ihre Blütenblätter zum Aufgehen verführt. Die blasse und zarte Haut der Rothaarigen sucht die Lust der Wälder, die sie krachend dem Ufer bricht. Die mich sehen lässt, was verborgen liegt und das Schäumen der entzückenden Liebe an die Oberfläche holt. Also sag mir, deine Liebe ist aufrichtig, bitte sei freundlich. Behandle mein Herz mit Sorgfalt, bitte sei freundlich.“