coming soon

Das Vergangene ist nicht tot, schrieb William Faulkner einmal. Es ist nicht einmal vergangen. Und das Zukünftige ist für mich im Hier Heute mehr als lebendig. Meine Kunst gleicht glattem Eis. Es ist das Paradies für mich. Weil ich tanzen kann.

Der Ursprung aller Kunst

„Der Ursprung aller Kunst, der Ursprung aller Kreativität, ist Liebe. Wenn jemand glaubt, es gebe etwas Wichtigeres, wüsste ich gern, was das sein sollte.“ (David Hockney)

1991 malte ich unsere Familie: Mutter, Vater, Bruder und mich. Mutter liebte das Bild sehr. Es „ärgerte“ sie allerdings, dass ich versäumt hatte, sie mit Ohrringen zu porträtieren (Sie trug IMMER Ohrringe). Wenige Tage nach ihrem Tod collagierte ich einen der Ohrringe ins Bild, den sie an ihrem Sterbetag getragen hatte. Nun also, 2019, ist das Bild vollendet.

 

Bilder wie Tagebuchseiten

Jedes Tagebuch enthält eine Pose. Meine beschreiben sogar Positionen. Das heißt, ein Künstler, der kein Tagebuch schreibt, ist irgendwie schief gewickelt, mit dem stimmt doch was nicht. Meine Bilder sehen deshalb auch gerne wie Tagebuchseiten aus. Und Positionen kommen meist auch drauf vor…

Madame

„Ich küsse Ihre Hand, Madame, und träum‘ es war Ihr Mund. Ich bin ja so galant, Madame, und das hat seinen Grund. Hab‘ ich erst Ihr Vertrau’n, Madame, und Ihre Sympathie, wenn Sie erst auf mich bau’n, Madame, ja dann, Sie werden schau’n, Madame, küss‘ ich statt Ihrer Hand, Madame, nur ihren roten Mund…( hast nur den roten Mund noch aufgespart, für mich, so tief im Haar verwahrt… ) Madame, ich lieb‘ Sie seit vielen Wochen. Wir haben manchmal auch davon gesprochen. Was nützt das alles? Mein Pech dabei ist, Dass, ach, Ihr Herzchen leider nicht mehr frei ist. Ihr Mund gebietet mir: „Sei still!“, Doch träumen kann ich, was ich will. Ich küsse Ihre Hand, Madame, und träum’…“ Und das heißt nun was? „Kunst ist niemals keusch, man müsste sie von allen unschuldigen Ignoranten fernhalten. Leute, die nicht genügend auf sie vorbereitet sind, dürfte man niemals an sie heranlassen. Ja, Kunst ist gefährlich. Wenn sie keusch ist, ist sie keine Kunst.“ (Comedian Harmonists, François VillonPablo Picasso & ich)

 

Der Andere

Stimmen… kommen, gehen, verhallen, durchkreuzen einander; man weiß nicht, wer spricht; es spricht, das ist alles: kein Bild mehr, nichts als Sprache. Aber der Andere ist kein Text, er ist Bild, eines und verwachsend…

(Text aus Roland Barthes „Fragmente einer Sprache der Liebe“)

Überlegungen aus einem Zwischenstand

Meine Kunst, wenn ich das Wort Kunst überhaupt benutzen möchte, weil es ebenso wie das Wort Liebe von Lügnern, Verrätern, Politikern, Täumern, bipolaren Existenzen zu sehr missbraucht wurde, ist ein ZWISCHEN von Wort und Bild, eine Linie, an der ich mich entlang bewege, auf der Suche nach einem Ursprung, einer Quelle, auf deren silbernen Oberfläche ich möglicherweise mich selber wiederfinde. Werde ich mich aber überhaupt erkennen können?

Meine narrativen Erinnerungen formen in meinem Geist Wörter, die ein Bild auf ihrem Schoß halten. Ebenso sehe ich Bilder, die Wörter in ihrer Mitte (aus)tragen. Hier hilft keine Übersetzung mehr. Wenn, dann kommuniziere ich eher mit Händen und Füßen, einen Stein auf meiner Zunge. Das was ich meine Kunst nenne, es gleicht einer Reise ohne jeglichen geografischen Bezug. Wenn ich meine zu träumen, dann schaue ich in die Welt. Blicke ich in mich hinein, dann erwache ich in einer mir vertrauten Fremde.

Ich entdecke dort, was ich denke. Und meine Gedanken werden zu schönen Hermaphroditen, zu Zwittern von Wort und Bild zugleich. Die Linie, von der ich oben sprang ( – ich verschrieb mich hier, als ich meine Überlegungen handschriftlich in meinem Tagebuch festhielt. Ich wollte eigentlich sprach schreiben, aber das Unterbewusstsein hatte wohl recht) – die Linie, von der ich tagtäglich springe, über die ich SPRINGE HÜPFE TANZE STEPPE, sie ist eine Grenze zwischen innen und außen, sie ist ein Ort gemeinsamer Widersätze und -sprüche, ein Ort, an dem die Faust noch sichtbar ist, auch wenn die Hand geöffnet ist, ein Ort von großer Objektivierung all meiner Existenzen. Diese Linie ist meine Rettungslinie, die nicht gradlinig verläuft. Sie hinterlässt vielmehr in dem Zwischen ein…

Sacré Cœur

Und gäb es in Europa ein Wasser, das mich lockte, so wärs ein schwarzer Tümpel, kalt, in der Dämmernis, an dem dann eins der Kinder, voll Traurigkeiten, hockte und Boote, falterschwache, und Schiffchen segeln ließ’. (Arthur Rimbaud)

Liebe ist´s die mich jauchzend lieben macht

Liebe ist´s die mich jauchzend lieben macht / daß ich ihr voll freude den tribut entrichte / und diese lust wird mir zur ersten pflicht / daß sie vollkommen ich trage ich acht / bei meiner ehre und wider jeden verdacht – / was ich höre erfüllt mich mit zuversicht

Ich war nie auf meinen guten ruf bedacht / und auf lobeshymnen noch weniger erpicht / doch wenn je eine blume ihre blüte verspricht / ist sie es in der sich die lust voll entfacht / und über allem erstrahlt mit ihrer pracht / jäh die sonne die durch die wolken bricht (Guihelm IX., Graf von Poitiers und Herzog von Aquitanien)

für meine Anima

Wer nach außen sieht, träumt.

Traumbilder sind Botschaften der Seele. Sie vermitteln einen Zugang zum Unbewussten. Doch die Traumsprache ist meist nicht auf Anhieb verständlich; die Bilder und Symbole müssen »übersetzt« werden. Aus Bildern werden Worte.

„Ich schäme mich meiner Leere“, sagte das Wort zum Werk. „Wenn ich dich sehe, erkenne ich, wie arm ich bin“, sagte das Werk zum Wort. (Tagore) Aus Worten werden wieder Bilder… Wenn ich sie male, durchbreche ich kurz diesen Kreis.