Der Ursprung aller Kunst

„Der Ursprung aller Kunst, der Ursprung aller Kreativität, ist Liebe. Wenn jemand glaubt, es gebe etwas Wichtigeres, wüsste ich gern, was das sein sollte.“ (David Hockney)

1991 malte ich unsere Familie: Mutter, Vater, Bruder und mich. Mutter liebte das Bild sehr. Es „ärgerte“ sie allerdings, dass ich versäumt hatte, sie mit Ohrringen zu porträtieren (Sie trug IMMER Ohrringe). Wenige Tage nach ihrem Tod collagierte ich einen der Ohrringe ins Bild, den sie an ihrem Sterbetag getragen hatte. Nun also, 2019, ist das Bild vollendet.

 

Verkündigung

Wenn Gott liest, so stets es irgendwo geschrieben, dann geschieht, was er liest: Ein Engel links im Bild und Maria rechts. Sie blättert mit der rechten Hand in einer Bibel. Der Engel hält eine Lilie in seiner linken Hand. Vor Maria ist ein kleiner Sarkophag zu sehen. Der Hintergrund besteht aus einer bergigen Landschaft mit Bäumen und einem Hafen. Und voilà: genauso ist es dann. Ein Leben, es gleicht seinem Bilderbuch. (Oder wie Jean Luc Godard es sagen würde: Ein BildBuch. Horror und Suspense, Leonardo da Vinci und ein Sonnenuntergang in Tunis; im Leben fließt alles zu einem gewaltigen Strom zusammen.) Soll ich dem lesenden Gott Glauben schenken? „Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde“, flüstert mir Nietzsche ins Ohr. Stimmt. Ekstase ist alles. Ich erhebe zufrieden mein Glas auf den Einfluss des Tanzes auf meine Kunst.

Das Obszöne meiner Kunst

Wie der Nietzsche´sche Esel sage ich und ich male, zeichne, collagiere es auch, im Banne meiner Liebe, meiner Kunst, zu allem ja. Ja Ja Ja! Verdammt nochmal JA! Ich verrenne mich, ich weigere mich zu lernen, wiederhole immer dieselben Verhaltensmuster; ich lasse mich nicht belehren – und kann es auch selbst nicht; mein Diskurs ist fortwährend unbedacht… ich bleibe bei einem… geläufig gemachten Wahn…

… der unmögliche Augenblick, in dem das Obszöne wirklich mit der Bejahung, dem amen, der Grenze der Sprache zusammenfallen kann. Ich weiß, ich bin ein Narr. Ein Narr, den Eure so ungeheure poesielose, aus allen Angeln und Achsen gehobene, und von allen guten Geistern verlassene Theorie zur Betrachtung der Malerei im Informationszeitalter, schlicht und einfach nur noch ankotzt. Amen.

(Roland Barthes & ich)

Umrahmungen

Umrahmungen wurden erfunden um die Bilder wissen zu lassen, dass man sie liebt, ohne etwas zu sagen.

(Siehe hierzu auch den Artikel vom 30. April 2019)

Traditionelle Ästhetik in mehrere Richtungen

Nicht alles im Leben lässt sich bildhaft darstellen. Die eigene Geburt. Der eigene Tod. Meine Kunst leistet hier schlicht Nacharbeit bzw. Vorarbeit. Die eigene Werke machen mir mein Leben auf diese Weise anschaulich. Nicht unbedingt verständlich in einer volkstümlichen Sichtweise. Mein Werk, mein Œuvre, mein Kosmos, eingepfercht in meinem kleinen BLOG. Oder wie Arno Schmidt es sagen würde in „wirr=gekalkten Kellern (= Mäusefarmen!)“.

Fotos, Briefe, Dokumente (wie z.B. mein Fahrtenschwimmer-Abzeichen oder die gewonnenen Urkunden der Bundesjugendspiele), meine TV-Lieblingssendungen („moderne Schriftsteller müssten gesetzlich dazu angehalten werdn, zu notiren, was für Sendungen sie=sich so täglich angesehen habn“, forderte Arno Schmidt stets vehement), so vieles fehlt auf meinem BLOG. Wahre Bilder der Liebe, in denen sich der Mensch buchstäblich nackt zeigt? Die eigenen Abgründe, die Ängste, die Offenheit, das Intimste vom Intimen?! Mea culpa.

„Was ich fühle, wie drücke ich es aus? Der Mensch ist doch immer, selbst auch auf seinem BLOG, allein“ (frei nach Heinrich von Kleist, der leise vor sich hin singt: „Happiness Is a Warm Gun“.)