Reliquie meines Alltags

Um näher an den Bildern zu sein / knie ich nieder / will eintauchen in Farben / Linien auf meinem Rücken spüren / den Bilderatem vernehmen / Auf meinem Herzgeschlecht / sollen sie sich niederlassen / auf meinen Augenlidern sich verfangen / an den Wimpern / kleinen Angelschnüren gleich für Augenblicke / ziehe ich sie empor….

Mein Haus der Sprache

Meine Freiheit kann ich nur ausleben, wenn ich die Regeln meiner Sprache berücksichtige. Ihre schizophrenen Doppeldeutigkeiten lerne zu lieben, ihre Fallstricke zwischen den Zeilen benutze, um ein buntes Seil daraus zu flechten, mit dem ich mich bei Gefahr aus einem lächelnden Fenster meines Hauses abseilen kann. Meine Sprachregeln können geändert werden, damit ich, falls kein Seil zur Hand, einfach so davonfliegen kann. In einem Bild versteckt. Verborgen hinter einer schmalen Linie, in meinem Haus der Sprache, dem Ort meiner Kunst.

Brief an mein Unterbewusstsein

In einem seiner letzten Briefe an mich, schrieb mir mein Freund Siegmund, dass ein paranoides Konstrukt den Versuch des Einzelnen darstelle, eine gewisse Ordnung in ein „verrücktes“ Universum wiederzuerlangen. Was wir also vorschnell als Wahnvorstellung betrachten, könne ebenso gut ein Bild vom Versuch einer Genesung sei.

Interessant, dass mir der Brief gerade jetzt einfällt, da ich eins meiner letzten Bilder betrachte.

über stimmen (von meinem geburtstag)

Der 12. Mai 1963, der Tag meiner Geburt, fiel seinerzeit auf einen Sonntag. Noch dazu war es Muttertag. Nur wenige Menschen machen sich das heutzutage noch bewusst. Aber es war und es ist: reine Poesie. Zauberhafte Stimmen begleiten mich seitdem…