Um näher an den Bildern zu sein / knie ich nieder / will eintauchen in Farben / Linien auf meinem Rücken spüren / den Bilderatem vernehmen / Auf meinem Herzgeschlecht / sollen sie sich niederlassen / auf meinen Augenlidern sich verfangen / an den Wimpern / kleinen Angelschnüren gleich für Augenblicke / ziehe ich sie empor….
Archiv für den Monat: Mai 2025
Mein Haus der Sprache
Meine Freiheit kann ich nur ausleben, wenn ich die Regeln meiner Sprache berücksichtige. Ihre schizophrenen Doppeldeutigkeiten lerne zu lieben, ihre Fallstricke zwischen den Zeilen benutze, um ein buntes Seil daraus zu flechten, mit dem ich mich bei Gefahr aus einem lächelnden Fenster meines Hauses abseilen kann. Meine Sprachregeln können geändert werden, damit ich, falls kein Seil zur Hand, einfach so davonfliegen kann. In einem Bild versteckt. Verborgen hinter einer schmalen Linie, in meinem Haus der Sprache, dem Ort meiner Kunst.
Brief an mein Unterbewusstsein
In einem seiner letzten Briefe an mich, schrieb mir mein Freund Siegmund, dass ein paranoides Konstrukt den Versuch des Einzelnen darstelle, eine gewisse Ordnung in ein „verrücktes“ Universum wiederzuerlangen. Was wir also vorschnell als Wahnvorstellung betrachten, könne ebenso gut ein Bild vom Versuch einer Genesung sei.
Interessant, dass mir der Brief gerade jetzt einfällt, da ich eins meiner letzten Bilder betrachte.








