Mein eigenes Selbstverständnis neu „verbildern“

Bilder als Widerstandsgesten? Oder Fürbitten?

Die Bilder Anerkennung von etwas Anderem. Anders-Malen. Anders Kunst verstehen. Neu begreifen d.h. verbildern… drum peitsche mich…

Kunst als mein Aufbegehren gegen eine vor Sinn triefende Vermittlung.

Drum peitsche mich zu meiner Lust aus meiner goldenen Wolke heraus, damit ich nackt und bloß erscheine. Dann leb ich hundert Jahre und mehr…

… glücklich in mir selbst, an einem Sonntag, der keine Jahreszeit besitzt.

Die Kunst ausweiden

Sehr gehrte Damen und Herren. Heute wenden wir uns im Kunst-Talk der Frage zu: „Dürfen wir die Kunst ausweiden?“

Blitzlichtartig meinen die Experten, dass dieses Wort der Jägersprache entnommen sei. Die Innereien des erlegten Wildes, also der Kunst, argumentieren die angeblichen Kunstexperten, werden den Hunden zum Fraß vorgeworfen. Wer ist hier der Hund!, ereifert sich ein Gast der Runde. Mit der Öffnung der Bauchhöhle, nein!, schreit wieder jemand aufgeregt in die Talkrunde, erst mit der metaphysischen Öffnung einer imaginären Herzkammer, können Eingeweide und Innereien wirklich entfernt werden. Diese Innereien seien die Wahrheit… und nichts als die Wahrheit, die Poesie, die Träumerei, ein Gefühl von Schönheit angesicht gewaltiger Erscheinungen, sowie der zarte Wunsch nach Autonomie. Ausweiden, so sämtliche Experten erregt weiter, ist ein Synonym für ausnehmen, ausschlachten, oder auch entleeren. Wenn man so will, sagen die Experten. Und entleeren sich wortreich.

Mir wurde inzwischen ein kleiner, unbearbeiteter Pflanzenzweig auf die Zunge gelegt. Unfähig etwas zu sagen, spanne ich einen Schirm auf. Das ist mein Bild. Schön so.

Uhrmacher und Genies

Jede Uhr zeigt uns die Zeit an. Fragt uns jemand, welche Stunde geschlagen hat, wir können es dank einer Uhr beantworten. Aber wenn wir das Phänomen Zeit erklären müssten, dann wird es kompliziert. Sicherlich ist mit der Zeit nicht nur ein Zusammenspiel und Zusammentreffen von Unruh, Kugelumlauf und oder Pendel gemeint. Zeit ist höchstwahrscheinlich vielmehr als uns alle Uhren der Welt zusammen anzuzeigen vermögen…

Und ich? Ich bewege mich auf meinem Zeit-Lebens-Strahl geradeaus im Kreis, so will es mir erscheinen. Verschiedene Enden aus unterschiedlichen Zeiten werden zu neuen Anfängen verbunden, damit meine Kunst im Jetzt erblühen kann.

Sexuelle Raserei

Albert Langen und Olaf Gulbransson werden von einer Abstraktion besucht. Oder sollte ich schreiben „heimgesucht“…? Ich denke, sie werden selber wissen, was sie davon zu halten haben.

Längst ist mir meine Kunst eine Allusion geworden, (auch) ein literarisches Stilmittel, mit dem ich einen Sachverhalt kurz und bündig, jedoch nur andeutungsweise umschreibe oder zeichne.