Räumliche Nähe ist zeitliche Nähe

Erinnerungen eingeschrumpft zwischen Gesten die nicht mehr richtig schienen. Das Skelett von einer Tasche in einen neuen Frühling hinübergetragen. In einen Garten wo ich es niederlegte und den Vorhang des Himmels zur Seite schob. Hoffnung prasselte hernieder. Glücklich bemerkte ich wie alles zu blühen begann.

Vor- und Anhänge der Inspiration

Am Anfang. Was war da? Ein Funke. So heißt es gerne an literarischer Stelle. Dem folge ich gerne nach; sagt sich so leicht daher. Aber es ist schwerer, als man denkt. Es ist leichter als in einem Traum. Das Bild nehme ich mir selber ab: eine später annullierte Beichte… abnehmen: umgangssprachlich – etwas für wahr halten, glauben. Ich glaube, was ich da sehe: etwas, was jemandem aufgebürdet wurde, um es an seiner Stelle zu übernehmen: ein Wort=Bild. Von einem Outsider. Dieses Spiel akzeptiere ich schon längst, lächelnd; Bilder werden Dokumente, weil sie zu guter Letzt zu  Denkmälern werden.

wie von einer fremden, bösartigen Macht gezwungen sagt deine Zunge oft Worte, von denen dein Herz, dein Verstand nichts wissen können…*

(* Clemens Brentano)

Durch ein Labyrinth zum frohen Ende

Bei einem Denker sollte man nicht fragen: welchen Standpunkt nimmt er ein, sondern: wie viele Standpunkte nimmt er ein? Mit anderen Worten: hat er einen geräumigen Denkapparat oder leidet er an Platzmangel, das heißt: an einem „System“? (Egon Friedell)

Warum ich so schmutzig bin

Bei Hegel steht die Kunst… eindeutig über der Natur: nicht, weil sie schön ist, sondern weil sie etwas zu sagen hat… Der Teilhabe am liturgischen Ritual entzogen, ist das Bild entmachtet. Es dient nur noch der kontemplativen Betrachtung. So wird es zu einem Kunstwerk im modernen Sinne. (Zitat: Karlheinz Lüdeking aus: „Nach dem Ende der Kunst“, Frankfurter Allgemeine online, 27.8.2020)

Ich könnte es aber auch so formulieren: „I bang my own drum / Some think it’s noise / I think it’s pretty /… I am what I am“.

Mein Werk: ein Monster der Eigenwilligkeit.

& noch einmal… was ist ein Werk? Eine Brise, die aus Regio­nen kommt, in die das eigene Ich vorstoßen wird; sie gibt einen Vorgeschmack auf eisige Gefilde. Von diesem vielversprechenden Wind inspiriert, werden Tagträume ungestümer und leb­hafter. Das Werk: ein Land, dessen Wunder und Schönheiten alle Gegenden über­treffen. Was darf man nicht alles von einem Land erwarten, in dem das Licht nie erlischt? (So oder ähnlich würde meine Freundin Mary Shelley wohl die Frage von Niklas Luhmann beantworten.)

Ich tagträume indes einfach weiter und weiter…

Selbstbetrachtung von Leben und Fruchtbarkeit, Kunst, Blut und Tod.

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der/die/das Schönste im ganzen Land?

Ein Kind zwischen dem sechsten und 18. Lebensmonat begreift plötzlich, dass das Gegenüber im Spiegelbild nicht ein anderer ist, sondern es selbst. Bis zu dem Tag, an dem vielleicht nicht nur das eigene Spiegelbild die Selbstwahrnehmung steuert, sondern zugleich eine Jury und Millionen von Zuschauern bei einer Castingshow im Fernsehen. Erfahrungen, die im Tele-Visionserleben nur auf einen kurzen Augenblick komprimiert sind, können im „normalen“ Leben viele Jahre der Reifung in Anspruch nehmen, innerhalb deren eine bestimmte innere Gestalt nach und nach erst an Kontur gewinnt.

Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist.

Worte werden zu Bildern. Sie wurden es immer schon. Von Anbeginn der Zeit. Bilder mögen in den Schoß und den Schutz der Worte zurückkehren wollen, aber sie bleiben von ihnen getrennt. Die Bilder, sie bilden indes eine andere Sprache aus, neue Worte, andere Worte; Worte, die auf dem Ereignishorizont entlang balancieren können, allesamt Seiltänzer-Worte. Aus dem Bild selber ist kein Wort zu vernehmen, zu entnehmen, nur an ihrem Rand hört man die Worte flüstern, tuscheln, rätseln. Vor der Oberfläche des Bildes bleiben sie stehen und verstummen aus Liebe.

 

Mineralien meiner Herzensfreude

Ein Mineral ist ein einzelnes Element oder eine einzelne chemische Verbindung, die im Allgemeinen kristallin und durch geologische Prozesse gebildet worden ist. Im Allgemeinen, wohlgemerkt. Im Besonderen werden die Mineralien, die, an die ich glaube, die ich hinter den Spiegeln in besonderen Abbaukammern finde, ausschließlich durch künstlerische Prozesse geformt.