Eine Blüte voller geheimer Küsse

Dies alles: hingetuscht, gespuckt, gemalt, gespritzt, angefeuert von aufschäumenden Zärtlichkeiten, eine zelebrierte Liebesmette, einzig und allein um dieses Bild in mir erblühen zu lassen. Eine intime Knospe, nur angelegt, um mir das Herz zu verwirren und meine Sinne zu verdrehen.

Blume der Liebe

Ich bin der Pfeifer an den Toren der Morgendämmerung / Es ist keine Magie, es ist kein Wahnsinn / (Mein Bild gleicht einer) Power-Blume yeah, oh (Flower-Power, Flower-Power, Flower-Power, Blume der Liebe) …

  Liedzeilen aus Stevie Wonder’s Journey Through „The Secret Life of Plants“.

vor der grenze

… H.C. Artmann begleitet mich ein Stück des Weges über den Friedhof. Bis er plötzlich, wie von einer Bö ergriffen, verweht. Zurück bleiben schattenhafte Zeilen auf einer Mauer. Und präparierte Gräber, in deren Mitte ich mich wähne. Ein Muster aus polierten schwarzen Flächen in einer kleinen Bucht aus Kies und Geröll.

Die subversive Kraft des Humors

Ich habe früher immer versucht, meinen Frühstücks-Bacon in der Pfanne knusprig zu bekommen. Das funktioniert manchmal, aber meistens eben nicht und alles wird irgendwie lapprig oder verbrennt. Viel einfacher geht es wenn man den Frühstücks-Bacon auf ein Backblech legt und das Backblech in den kalten Backofen auf mittlerer Höhe gibt. Und erst dann den Ofen auf ca. 200 Grad startet. Gute 10 Minuten kann man das alles ohne schlechtes Gewissen unbeaufsichtigt lassen. Danach sollte man jedoch davor stehen bleiben, ansonsten kann es ganz schnell gehen und unser Bacon verbrennt. Das gilt besonders beim ersten Mal… egal ob nun Backofen oder Galerie, erstmal stehenbleiben und schauen. Nun gut, wie dem auch sei: Der Maler Francis Bacon war Asthmatiker und Alkoholiker, ein hemmungsloser Spieler und Sado-Masochist, drogenabhängig, krankhaft eifersüchtig und … ich weiß nicht genau zu sagen warum, aber ich erfreue mich an seinen Werken. Sie inspirieren mich einfach. Hin und wieder sogar zu einem Kalauer.

Über die Vergänglichkeit der Idylle

Vor drei Jahren verstarb Mutti. Und Vati ist nun schon acht Jahre fort…

Deshalb fällt es mir wohl ein: „Memento Mori“→„Erinnere dich des Moments / Bedenke, dass du sterben musst“. Meine Blog-Beiträge sollen und müssen am heutigen Tag kaleidoskopisch sein. Denn die Zeit ist ein erinnerndes Spielzeug, bei dem durch mehrfache Spiegelung von bunten Bildern aus meinem tiefsten Innern, sich jeweils neue Tableaus und Muster zusammenfügen; alles erzeugt eine mich bezaubernde Nostalgie.

Solch eine Nostalgievision ist ein idyllisches Gefühl, das riecht, schmeckt und klingt – und das mich, so hoffe ich, bis zum Alter in seinen Bann ziehen wird. An die gute alte Zeit erinnere ich mich sehr gerne. An damals, als ich noch Kind war, als die Welt noch heil und die Zukunft rosig war …

… als Vater und Mutter noch zugegen waren und liebevoll meinen Namen riefen: „Memento Mori“

* Christian Hofmann von Hofmannswaldau