Heiliger Schlendrian

Ich schlendere / an meinem Herzensgrund entlang / Und wie im Traume heb ich auf / Und schleppe hinterdrein den Fang / Und krieche durch einen Weidenhang / Der eng einen Rasenhang umschmiegt / Wo, tief verborgen selbst am Tag der Nacht im Traum / Ja, was? / Was find ich dort…?

… dort wo meine Küsse ankern / liegt meine Liebe im Hafen.

Was finde ich am Herzensgrund meiner Kunst? Das ist die Frage, ich ich mir immer und immer wieder stelle. Denke ich für mich alleine so darüber nach, dann weiß ich genau, was es ist. Soll ich das Phänomen aber einem Gegenüber exakt erklären, fehlen mir die richtigen Worte dafür. Meine Kunst und ich, wir liegen auf und in einem Zungenbett, Tag für Tag, Nacht für Nacht, Traum für Traum. Oja, ich bin von solch einer Sprache krank, bin nach solch einer Sprache krank. Aber, so die Kritiker, so eine Sprache der Kunst, die versteht doch niemand. Ja, richtig, aber eine Sprache, die man versteht, die hilft ja nicht. Genau so wenig wie die Medizin, die einem schmeckt, niemandem weiterhilft, so entgegne ich. Die Sprache meiner Kunst ist deshalb oft bitter, sie schmeckt leicht traurig, schmeckt nach Regen, frisch gemähtem Gras, nach Tautropfen in langem Haar.

Die Sprache meiner Kunst, sie lügt nicht. Weil sie nicht die Wahrheit sagen will.