„Ist recht so…
… Das Bild sieht korrekt aus. Es wirkt vertraut.“
Nach dieser Aussage wandte ich mich wieder den eigentlichen Dingen zu und wanderte durch einen Nutz- und Ziergarten der Kunst, um mir einen gewaltigen bunten Strauß zusammenzustellen und mit heimzunehmen. Zu Hause sollte dieser Blumenstrauß dann meinen Ateliertisch schmücken. Am besten wäre es, wenn sich der Tisch unter dem Gewicht der Blumen leicht durchbiegen würde. So meine Idee. Noch während ich mir den Strauß zusammenband, hörte ich Stimmen, die fragten, warum ich gerade diese oder jenen Blumen gepflückt hatte? Warum ich so viele Rosen auswählte? Warum keinen Löwenzahn? Wo wären die Narzissen? Gibt es für Sie denn keine Chrysanthemen, will man von mir wissen. Warum fehlen die Zuckerbüsche? Und nicht ein einziges Kleeblatt, bemengelt irgendwer sehr enttäuscht von mir. Was bedeuten all diese Blumenfarben, was sagt uns die Länge der Blütenstile über die Persönlichkeit des Floristen aus tiefenpsychologischer Sicht? Es war legitim das zu fragen. Zu meinen Lebzeiten wollte eine gehörige Menge von Atelierbesuchern oder Besucherinnen genau das von mir wissen. Warum tue ich das, was ich mache? Schon damals gehörte diese penetrante Neugier zu einem äußerst unterhaltsamen Fragenspiel der vom Leben gelangweilten Gesellschaft. Ja, natürlich durfte jeder Mensch mich fragen, ob ich meine Blumenpracht lieber nach der berühmten Sigmund-Freud-, der Alfred-Adler-, der C-G-Jung- oder der Knaus-Ogino-Methode zu analysieren beliebe.
Es gab und gibt für mich aber stets nur die eine, die sich stets wandelnde Feststellung…

