Mein Outsider-Traum

In einem uralten Artikel über Outsider-Künstler beschreibt Paolo Bianchi, Autor und Gastherausgeber der Zeitschrift Kunstforum International, diese außergewöhnlichen Kreativen als Seher, Lehrer, Lebenshelfer, Erkenntnis-, Wahrheitssucher oder gar Mystiker; vielleicht seien sie auch Erweckungsprediger, Befeuerer oder Beatmer, so Bianchi. Ihre Werke können auf uns ‚fremd’ oder vertraut wirken, immer werden ästhetische Konventionen überschritten, eigenwillige Systeme und fiktive Welten imaginiert, doch Konventionen auch bewahrt. Diesen Zusatz leihe ich mir aus einem Bericht über die legendäre Prinzhorn-Sammlung in Heidelberg. Beides, Outsiderkunst, wie auch die Prinzhorn-Sammlung, haben mich seit meinem Studium immer wieder begleitet. Ein vergilbter Zeitungsartikel, den ich vor erst Tagen in meinem Atelier wiederfand, inspirierte mich zu einem Bild. Der Traum, heißt es in dem Gedicht zu der Zeichnung von August Klett, ist ein Papier / der Traum ist zur Nacht / da kam der Pförtner / der die Tore aufmacht…

O, ich kenne diese Träume gut. Ich träume sie jeden Tag.