Ein zauberhafte Zugabe

Es ist ein leichtes und absolut legitimes Spiel, den Dingen einen Sinn zu verleihen. Doch das wird niemals der eigentliche Sinn des Tun sein. Es kann mir durchaus Sinn bereiten eine riesige Bleirakete zu basteln und sie mir in eine gigantische Garage zu stellen. Aber der eigentliche Sinn dahinter bleibt schleierhaft. Ebenso kann ich Sinn darin finden, das größte Auto in Form einer Banane zu bauen, um ins Guinness-Buch der Rekorde zu gelangen. Es existiert nun einmal eine Diskrepanz zwischen Sinn geben und Sinn sein. Martin Heidegger hat sich zeitlebens immer auf die Seite des Sein geschlagen und war sich seiner Wahl führerhaft sicher. Ich bleibe in meinem Tun unsicher und höre deshalb lieber auf mein Herz. Es schlägt sich mit mir auf die Seite von Glenn Gould, der einst behauptete: Ein Künstler nimmt nichts weg. Ein Künstler gibt stets dazu. Genau darin sehe ich meinen Sinn: ich gebe etwas zu. Und ich tue das mit Worten und mit meinen Bildern: etwas zugeben. Ich gebe also bewusst zu, meine Kunst hat nur Sinn, weil Kunst mir Sinn gibt. Mit anderen Worten: mit Kunst mache ich mir selbst eine Freude.