Abend für Abend tritt Donald Trump im Weißen Haus vor die Kameras und spricht zur Corona-Krise, die die USA schwer getroffen hat. Dabei kommt der US-Präsident immer wieder auf ein Medikament zu sprechen: Hydroxychloroquin. Trump schwärmt seit Wochen von dessen möglicher Wirkung, spekuliert nicht nur über dessen therapeutischen Nutzen, sondern bringt es als vorbeugende Medizin ins Spiel, um gar nicht erst schwer an Covid-19 zu erkranken. Das Problem: Es gibt keine Belege für die Wirksamkeit gegen das Coronavirus Das Medikament ist für die Behandlung von Covid-19 überhaupt nicht formell zugelassen, weder in den USA noch anderswo. Außerdem kann der Wirkstoff schwere Nebenwirkungen hervorrufen.
„Also, versuchen wir folgendes: Dein Satz, sag ihn genauso, wie ich ihn sage. Sag den Satz exakt so, wie ich es tue.“ – „Okay, klar.“ – „Wäre es doch bloß so einfach.“ – „Wäre es doch blosso einfach.“ – „Wäre es doch bloß so einfach.“ – „Wäre es doch blosso einfach.“ – „Nein, nein, achte genau auf meinen Mund: Wäre es doch bloß so einfach.“ – „Wäre es doch blosssso einfach!“ – „Mein lieber Junge, warum sagst Du immer ´blosso`?“ – „Sie haben gesagt, ´sag es so, wie ich es tue`. Wäre es doch blosso einfach.“ – „Nein, nein, das ´bloß` ist ein eigenes Wort. Du verbindest das so mit dem ´so`! Du musst das ´so` nicht mit dem ´bloß` verbinden. Bloß so einfach! Wäre es doch bloß so einfach… fliessend.“ – „Wäre es doch blosso einfach fliessend.“ – „Nein, sag nicht fliessend, sag den Satz fliessend!“
Andere warnen gar davor, dass es keine Studien zur Wirkung bei Covid-19 gibt, sondern nur „anekdotische Belege“. Am Sonntag bei der abendlichen Pressekonferenz wurde Fauci (oberster Wissenschaftler der Corona-Taskforce im Weißen Haus) dann zu seiner Haltung zu Hydroxychloroquin gefragt, doch Trump schnitt ihm das Wort ab. „Musst Du nicht beantworten“, sagte der Präsident. Nächstes Thema.
Nächstes Thema? „Es ist kompliziert.“ Mehr als 2000 Corona-Tote in 24 Stunden in den USA, 500 000 Menschen sind infiziert. Die USA sind derzeit das Epizentrum der Coronavirus-Pandemie, schreibt die Berliner Morgenpost vom 11.4.2020. (Andere Quellen: T-Online.de, Fabian Reinhold, Washington, vom 8.4.2020. Und: „Hail, Caesar!“, 2016, Komödie/Mystery; von Ethan und Joel Coen)


