Ich sehe was, das du nicht siehst

Unser Leben, ein Kinderspiel? Ein Spiel, bei dem die Teilnehmer sich abwechselnd die Aufgabe stellen, Gegenstände in der Umgebung herauszufinden, die durch einen Satz nach dem Schema „Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist…“ beschrieben werden? Es sieht fast so aus…

Der zu beratende Gegenstand kann bis zum Erraten durch einen Mitspieler durch die Nennung immer weiterer Eigenschaften zunehmend genauer beschrieben werden. Der ratende Spieler darf dann meist als nächstes einen zu erratenden Gegenstand auswählen. Die Spielregeln sind jedenfalls simpel:

Klein anfangen

Loslassen lernen

Harmonie und Nachhaltigkeit leben

Die Freude an kleinen Dingen entdecken

Im Hier und Jetzt sein

Aber wer spielt schon mit?

(Den exakten Wortlaut der Spielregeln habe ich gefunden in: „Ikigai“ von Ken Mogi; Die japanische Lebenskunst.)

Idylle (Wo Augen ihre Blicke baden)

Die Schande der Träume will tagsüber keiner wahrhaben. Ich schon. Denn solche Abgründe sind die Gründe für meine Bilder; vereint mit den Träumen (zu Tag / zu Nacht) bilden sie mein Werk //  „…wenn ein Träumer erzählt: „Zwischen zwei stattlichen Palästen steht etwas zurücktretend ein kleines Häuschen, dessen Tore geschlossen sind. Meine Frau führt mich das Stück der Straße bis zum Häuschen hin, drückt die Tür ein, dann schlüpfe ich rasch und leicht in das Innere eines schräg aufsteigenden Hofes“, dann lässt sich für einen geübten Übersetzer von Träumen eine Darstellung eines Koitusversuchs von rückwärts (zwischen den beiden stattlichen Hinterbacken des weiblichen Körpers) finden“.

(zitiert aus: „Freuds Dinge“; Lothar Müller, Die Andere Bibliothek, Berlin 2019)

Meine Geschichte

Bekehrungen, Wiederzufügungen, Exkommunikationen, Versöhnungen, Abspaltungen, Verleugnungsschwüre, Zickzack der Dämonendienerei und Menschendienerei, der Behexungen und Verirrungen: meine Geschichte – die Geschichten eines Irrtums?

(Verdammt! Mir ist plötzlich, als ob Octavio Paz mich kennen würde.)