Die Große Mutter

Die Mutter, aber auch der Vater, Brüder und Schwestern, sie alle bezeichnen in den Mythen der Völker nicht nur Verwandtschaftsverhältnisse, sondern sie sind anzusehen als die eigentlichen Triebkräfte in der Seele ein und desselben Menschen. Dieses Bild steht demnach für ein tieferliegendes Streben nach der Vereinigung mit sich selbst. So betrachtet schaffe ich Kunst also viel eher für mich, als für andere, was wiederum paradox ist, denn trete ich nicht gerade mit solchen Bildern in die Öffentlichkeit, die eigentlich garnicht dafür geeignet oder gemacht sind?

Leben in einer anderen Welt

Alle Kunst entsteht daraus, dass sich der Künstler der Welt unsicher ist. Diese Welt passt nicht zu ihm, und er passt nicht in sie, er fühlt sich fremd… So schreibt es an einer Stelle Ferdinand von Schirach.

Wenn bestimmte Werke eines Künstlers im Auge eines Betrachters fremdartig erscheinen, dann deshalb, weil der Betrachter sich auf der Seite seines (Beobachtungs)Spiegels befindet. Und auf der Seite seines Spiegels soll Kunst eine Aufgabe haben, Gewinn bringen, Prestige. Auf der anderen Seite jedoch, dort wo der Künstler sich befindet, spendet Kunst allenfalls Trost. Sie hilft dem Künstler sich in der anderen Welt überhaupt erst zurecht zufinden… Künstler und Betrachter leben offensichtlich voneinander getrennt; eine feine Membran steht zwischen ihnen. Vergleichbar einer Trennscheibe, die z.B. Gefangene von anderen Personen trennt. Solch eine Trennscheibe dient dazu, dass keine Gegenstände, Drogen, aber auch keine Schriftstücke, ausgetauscht werden können und keine Berührungen zwischen Häftling und Besucher möglich sind. Trennscheiben bestehen meist aus durchsichtigem Kunststoff. In meinem Fall jedoch aus Fotopapier, Pappe oder auch Leinwand.

Es heißt, die Personen können sich durch die Trennscheibe entweder über Sprechschlitze oder mittels eines Telefons verständigen. Wir können also miteinander reden. Aber verstehen wir uns auch?

Weitere Exerzitien

Mein lieber Freund René Sydow, Kabarettist, Autor, Schauspieler und Regisseur, schrieb in einem seiner Gedichte: „ein Anfang bleibt ein Anfang bleibt ein / Hoffnungsschimmer / ein Hoffnungsschimmer bleibt ein / Hoffnungsschimmer bleibt ein / Anfang… “ So gehe ich mehr als zufrieden jeden Tag ans Werk.

 

Bilder einer Ausstellung (Promenade über eine Kleinsche Flasche)

„Das Prinzip des Wiederholungszwangs, der jenseits des Lustprinzips handelt, hat die Psychoanalyse auf den Kopf gestellt und in Richtung Todestrieb gestellt  /… / 

Der Trieb ist immer schon Wiederholung. Das Paradoxon… besteht darin, dass eine Wiederholung nicht wiederholt werden kann.

… dieselbe Geschichte, dieselbe Anekdote, ein Zitat…

… dasselbe scheint doch immer wieder anders.“ (Vorwort von Victor Mazin zu „Der göttliche Todestrieb“ von Slavoj Žižek)

It´s lying

Don’t look at me! I’m not your kind / I’m… R E A L / Something inside me has just begun / Lord knows what I have done / And the lamb lies down on Broadway / They say the lights are always bright on Broadway / They say there’s always magic in the air

(Lyrics by GENESIS)

streng vertraulich

„Ihr Aug ist nicht so hell wie Sonnenlicht; / ihr Mund hat nicht die Röte von Granaten; / schneeweiß ist Schnee, ihr Busen ist es nicht; / das Haar sei Gold? … // Verschließ mich denn in deiner Brust aus Erz, / Laß mich sein Bürge sein und gib ihn frei“ … Vielleicht hat William Shakespeare so geschrieben, vielleicht auch nicht. Vielleicht gibt es die Person, die ich porträtierte, vielleicht auch nicht. Doch das ist uns egal, denn „wir wünschen, daß, was lieblich, sich vermehrt, / Damit nie stirbt der Schönheit rosige Blüte.“