Kunst zuerst. Analysen nehmen zu viel Zeit in Anspruch.

Der Schriftsteller Martin Walser missbilligt die Analyse von seinen Träumen, der pychoanalytische Umgang mit ihnen sei ihm völlig fremd. Ich stimme ihm absolut zu: der pychoanalytische Umgang mit seinen Träumen kommt mir auch sinnlos vor. Über meine Träume dagegen, darüber denke ich äußerst gerne nach. Um einmal ein Sprachbild zu benutzen: Meine Kunst gleicht einer verrückten Teeparty, auf der größere oder kleinere Blutkuchen, verziert mit bunten Zuckerperlen, gereicht werden.

Wall of Infame

Die Legende des Künstertums, sie gleicht der Geschichte vom Drachenkampf. Dieses berühmt-berüchtigte Motiv taucht in den Mythen als Topos der Weltschöpfung auf: das Nichts, aus dem (m)eine Welt entsteht…

Das Nichts wird dargestellt als ein Schlangenungeheuer, ein Drache, eine Schöpfung aus dem Urmeer, das von einer Kämpferin oder einem Kämpfer besiegt werden muß, um aus seinen Teilen die Welt zu formen. Drachenungeheuer bewachen mit großer Regelmäßigkeit den Eingang zu verborgenen Gärten oder Gemächern. Ateliers? Soll dort der Drache getötet oder doch lieber eine Seele errettet werden? Die Urfehde zwischen Gut und Böse, Hell und Dunkel, Bewußtsein und Unterbewußtsein, wo ließe sie sich ewig wiederholen, wenn nicht in der Kunst?! Die kämpferische Auseinandersetzung sich umwandeln in Sanftmut? In der Kunst. Gefährliche Tiere werden friedfertiger… ich baue sogar Nester und Rahmen für sie. Aber wer bin ich, dass…? Drache oder Held*in?

(Tiefenpsychologie und Exegese)

Schnulzen Bilder und Chansons

Du hast Glück, es geht dir gut / Doch ein Dichter hat geschrieben: / Alles Schöne, was wir lieben, muss vergehn / Ja, das Unglück schreitet schnell / Schon siehst du am Tag Gespenster / Graue Schatten vor dem Fenster, doch du weisst / Überall blühen Rosen für dich / Du bist jung und meinst, du kennst / Was die Leute „Leben“ nennen / Wie sie jagen, wie sie rennen nach dem Geld / Und du willst nicht sein wie sie / Nicht die selben Fehler machen / Eines Tages wirst du lachen über dich… singt Gilbert Bécaud für dich: L’important C’est la rose, L’important C’est la rose für Dich.

vor der grenze

… H.C. Artmann begleitet mich ein Stück des Weges über den Friedhof. Bis er plötzlich, wie von einer Bö ergriffen, verweht. Zurück bleiben schattenhafte Zeilen auf einer Mauer. Und präparierte Gräber, in deren Mitte ich mich wähne. Ein Muster aus polierten schwarzen Flächen in einer kleinen Bucht aus Kies und Geröll.

Nachthimmel und Sternenfall

Der Himmel, groß, voll herrlicher Verhaltung, / in Vorrat Raum, ein Übermaß von Welt. / Und wir, zu ferne für die Ausgestaltung, / zu nahe für die Abkehr hingestellt. / Da fällt ein Stern! Und unser Wunsch an ihn, / bestürzten Aufblicks, dringend angeschlossen:

Was ist begonnen, und was ist verflossen? / Was ist verschuldet? Und was ist verziehn?

Rainer Maria Rilke

Mein geheimnisvoller Garten

Zufrieden hocke ich in der Phantasie & denke in „Buch-Saiten“.

Ich hocke in NATIVE DREAMS & liege auf Ateliersonnen aus rotem Sofastoff, inmitten eines Gartens, jenem geheimnisvollen Ort, an dem der Mensch fröhlich seien darf und ich mich als Künstler verwirklichen kann.