Kategoriearchiv: Grenzverläufe
Im Schatten meiner eigenen Geschichte
Ich geh meinen Weg allein / The party’s over
In meinen Stück treten auf die Göttlichen, genau in diesem Augenblick… Willie Nelson unterhält sich mit Mario Vargas Llosa. Nelson sagt: Turn out the lights, the party’s over / They say that all good things must end / Call it a night, the party’s over / Denn heute ist es normal und fast schon Pflicht, dass Kochen und Mode einen großen Teil des Kulturprogramms einnehmen… „Meisterköche“ und „Modemacher“ genießen nun die Geltung, die früher Wissenschafter, Komponisten oder Philosophen zukam, erwidert Llosa.
Das ist doch tragisch, kreischt Marilyn Manson.
Stimmen, Meinungen und Ansichten schwirren durcheinander. Verliert die Kultur nicht tatsächlich ihre Würde, wenn sie nur noch Konformismus zementiert? Was für eine verrückte Teeparty, denke ich bei mir, zwei Männer in dunklen Anzügen tragen die Sängerin Marlène Charell an einer Abendgesellschaft vorbei. Was war das bloß für ein Bild? Das Bild davor, danach? Als Künstler spüre ich gerne einem vorigen Gedanken nach… Vielen Dank.
Das Mondschaf bin ich.
Heiliger Schlendrian
Ich schlendere / an meinem Herzensgrund entlang / Und wie im Traume heb ich auf / Und schleppe hinterdrein den Fang / Und krieche durch einen Weidenhang / Der eng einen Rasenhang umschmiegt / Wo, tief verborgen selbst am Tag der Nacht im Traum / Ja, was? / Was find ich dort…?
… dort wo meine Küsse ankern / liegt meine Liebe im Hafen.
Was finde ich am Herzensgrund meiner Kunst? Das ist die Frage, ich ich mir immer und immer wieder stelle. Denke ich für mich alleine so darüber nach, dann weiß ich genau, was es ist. Soll ich das Phänomen aber einem Gegenüber exakt erklären, fehlen mir die richtigen Worte dafür. Meine Kunst und ich, wir liegen auf und in einem Zungenbett, Tag für Tag, Nacht für Nacht, Traum für Traum. Oja, ich bin von solch einer Sprache krank, bin nach solch einer Sprache krank. Aber, so die Kritiker, so eine Sprache der Kunst, die versteht doch niemand. Ja, richtig, aber eine Sprache, die man versteht, die hilft ja nicht. Genau so wenig wie die Medizin, die einem schmeckt, niemandem weiterhilft, so entgegne ich. Die Sprache meiner Kunst ist deshalb oft bitter, sie schmeckt leicht traurig, schmeckt nach Regen, frisch gemähtem Gras, nach Tautropfen in langem Haar.
Die Sprache meiner Kunst, sie lügt nicht. Weil sie nicht die Wahrheit sagen will.
Laborbericht #1
Die Sonnenkönigin.
Das Unmögliche
Allzu oft höre ich, meine Bilder seien schlicht „unmöglich“. Über diese Aussage, die ich für ein Lob halte, freue ich mich, denn es stimmt: Das Unmögliche muß zunächst geträumt werden. Nur so gelangen wir in die Tiefen der Meere, nur so erwacht in uns der Wunsch zu den Sternen zu reisen oder das Unterbewusstsein zu erforschen.
Märchenbilder und -gedanken
Oja… Ein Märchen aus uralten Zeiten, das geht mir nicht mehr aus dem Sinn. Oder etwas anders formuliert: es ging mir noch nie aus dem Sinn. Ich meine damit, immer noch suche ist das, was einige von uns den Snark nennen, andere sprechen von einem Heffalung oder dem Aufspüren von einem Wuschel. Ist aber alles ein und dasselbe.
Ich nenne solche eine Suche vereinfacht Kunst. Unendlich viele Bilder sind auf der Expedition, die mich zur Quelle meiner Kunst führen sollten, im Herzen der Finsternis meines kleinen Seelenwaldes, nach und nach entstanden.
Ich könnte mit Fug und Recht behaupten: Zwischen den hier gezeigten Bildern liegt ein aufregend schönes und langes Gesumme…
Zahnloser Gott
Vielleicht ist es zu hoch gegriffen? Ein Gott? Wer bin ich, dass…?
Genug!? Okay, ich behaupte ja gar nicht: Ihr alle seid meiner nicht würdig. Keinesfalls. Doch bin ich schon kein Gott, so lasse ich mich dennoch nicht mehr malträtieren… d.h. anbeten.
Meine Kunst ist und bleibt autonom.
„Die autonome Kunst bekommt (…) eine neue Qualität. Als etwas, das sich nicht den Logiken der Sozialen Medien anpasst, sondern unabhängig davon entsteht und präsentiert wird. Sie mag vergleichsweise ein zahnloser Tiger sein, da sie sich nicht auf die Macht der Algorithmen einlässt, nicht zur Waffe wird, aber sie ist eben doch ein Tiger, kann groß und erhaben sein und Perspektiven verändern, Stoff zur Reflexion bieten, die Erinnerung daran hochhalten, dass Bilder auch etwas ganz anderes sein können als zynisch-instrumentelle Biester.“ So mein Freund und Kulturwissenschaftler Wolfgang Ullrich. So meine Kunst.
























