Vögel in endlosen Flug

Alle Verheißungen waren bis dato Worte, Vögel, in endlosen Flug – nichts führt zum Guten, heißt es, was nicht natürlich ist. Aber ist dem so? Der Idiot ist stets der erste der erwacht, der geboren wird; so träumte ich lange und erwache nun ohne eine innere Notwendigkeit, eher aus purer Vorfreude auf den einen Rosenkranz von unzureichenden Bestimmungen, den ich heruntermurmeln werde, all das ein Verwirrspiel, das ich ich deklariere; ich, eine (Schein)Heilige … O,die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort… das da wäre… „Gackelfreude“ – närrische, thörichte Gackelfreude: ir (der frommen) fröd ist inwendig im herzen und geistlich… Mein ästhetisches Schreiben, mein fast irres Sprechen, ein Widerstand gegen die stets mürrischen Hüter einer unumstößlichen, anständigen Denkungsart.

Die Oper des kleinen Mannes

In einem Märchen fühlt eine Prinzessin eine einzelne Erbse unter einem Berg von Matratzen. Dies macht sie für den Prinzen attraktiv und er nimmt sie zur Frau.

Im „wahren“ Leben deuten Psychologen solche Feinfühligkeit als Hochsensibilität. Die Erbse steht dabei für Klänge, Geräusche, Farben, Gerüche oder Stimmungen, für die ein hochsensibler Mensch empfänglich ist. Je nach Charakter kann diese Feinfühligkeit, das Talent, für ihn als Last oder als eine kreative Gabe empfunden werden. Belastet hat mich diese Art von Erbse eigentlich nie. Bin ich jetzt also auch eine Prinzessin? Oder ein Erbsenzähler. Ein Erbsen-Erzähler? Im Traum stehen Erbsen gerne als ein Symbol für einen Gewinn durch Redlichkeit. Sie deuten auf gedeihliche Geschäfte hin, die viel Geld einbringen. Na, das finde ich doch spitze! Gekocht bringen Erbsen allerdings Ärger. Sagt der Traum. Gut, dann lass ich die Finger davon. Und leg sie mir weiterhin roh unter meine Matratze. So liege ich dann da, auf einem Berg aus Naturlatex und mache mir ein Bild dazu… meine Oper trägt den Titel: „Die Prinzessin auf der Erbse“.

Der Atem der Eltern / Mein Handtaschen-Requiem

Der Geist von Mutter, der Atem von Vater, alltäglich zu spüren in den zurückgelassenen Taschen…

Vater, dir drohet nichts, / Siehe, es schwindet schon, / Mutter, das Ängstliche, / Das dich beirrte! / Wäre denn je ein Fest, / Wären nicht insgeheim / Wir die Geladenen, / Wir auch die Wirte? („Gesang der Ungeborenen“ von Hugo von Hofmannsthal.)

Heilige verborgen im Schilf

Jede Kunst entsteht im allerintimsten Raum, in einem einsamen Schilfgürtel, der das Leben des Künstlers ist. Dieser Schilfgürtel entspricht einer gewaltigen Kathedrale, die gleichwohl Platz in einer Handtasche findet, erbaut von und für halluzinogene Heilige.

Der Zaungast

Wein verwandelt einen Maulwurf angeblich in einen Adler. Ich verwandle zur Zeit alte Handtaschen meiner Mutter in neue Bilder. Wein ist dabei weniger im Spiel, als vielmehr die Lust auf wunderbare Erinnerungen. Eine ganze Welt geht mir auf. Und Dankbarkeit verwandelt diese Erinnerungen in stille Freude… und meine Kunst.

Meine Art-Challenge

Vielleicht ist Kunst nichts anderes als eine Herausforderung? Eine Person macht eine Aktion oder eine Tätigkeit vor und nominiert dann anschließend weitere Leute, das Gleiche zu tun. Am Ende ist es meist so, dass ich mich ganz einfach selber in diesem zauberhaften Spiel motiviere bzw. nominiere…