Kategoriearchiv: Alltag
Zartheit
Das Glück der Vergangenheit beruhigen.
Das Verlöschen der Welt
Das Verlöschen der Welt / Jetzt / Da ich tot bin / Nicht wirklich tot / Doch mir abhanden gekommen / Durch eine Lebensdiskriminierung / Die in Wahrheit eine Kunstdiskriminierung / So bin ich / Keine Gefahr mehr für etwaige Kritik / Aus reinem Respekt und Pietät / Gegenüber meiner Person / Bitte / Schweigt / Lauscht lieber / Auf das Rumoren / In der Stille meiner Einsamkeit / Jetzt / Da ich tot bin / Habe ich viel zu sagen / Meine Bilder sprechen darüber
Ein Teil von mir…
Mein Outsider-Traum
In einem uralten Artikel über Outsider-Künstler beschreibt Paolo Bianchi, Autor und Gastherausgeber der Zeitschrift Kunstforum International, diese außergewöhnlichen Kreativen als Seher, Lehrer, Lebenshelfer, Erkenntnis-, Wahrheitssucher oder gar Mystiker; vielleicht seien sie auch Erweckungsprediger, Befeuerer oder Beatmer, so Bianchi. Ihre Werke können auf uns ‚fremd’ oder vertraut wirken, immer werden ästhetische Konventionen überschritten, eigenwillige Systeme und fiktive Welten imaginiert, doch Konventionen auch bewahrt. Diesen Zusatz leihe ich mir aus einem Bericht über die legendäre Prinzhorn-Sammlung in Heidelberg. Beides, Outsiderkunst, wie auch die Prinzhorn-Sammlung, haben mich seit meinem Studium immer wieder begleitet. Ein vergilbter Zeitungsartikel, den ich vor erst Tagen in meinem Atelier wiederfand, inspirierte mich zu einem Bild. Der Traum, heißt es in dem Gedicht zu der Zeichnung von August Klett, ist ein Papier / der Traum ist zur Nacht / da kam der Pförtner / der die Tore aufmacht…
O, ich kenne diese Träume gut. Ich träume sie jeden Tag.
Bilder, die Geschichten erzählen.
Jedes Bild beinhaltet eine Geschichte.
Es gleicht darin uns Menschen, die wir jeder eine Geschichte besitzen. Um die Geschichte des Bildes zu hören, muß uns jedoch erst ein Fantasieohr an unserem Herz erwachsen. Mit diesem Ohr können wir uns dann an die Brust des Bildes legen und seinen inneren Rhythmus vernehmen. Vielleicht hören wir ein Blau rauschen, ein Gelb zwitschern oder eine Linie nörgeln, weil sie scheints in eine wüste Irre schlendert. Jedes Bild trägt sein Geheimnis unter einer dünnen Haut aus Papier. Und wenn ein, zwei oder drei Bilder sich zusammenfinden, dann beraten sie sich gegenseitig, wie ihre Träume wahr werden können, ohne an der Wirklichkeit von uns Menschen zu zerschellen.
Diesen Gesprächen habe ich schon immer gerne gelauscht. Oft verbarg ich mich im eigenen Atelier, damit die Bilder sich unbeobachtet fühlten… und hörte einfach nur zu, indem ich schaute.
Heilige Schriftzeichen
O ja, ich erinnere mich: Die Bezeichnung „Hieroglyphen“ bedeutet soviel wie „heilige Schriftzeichen“, also KUNST. Zu voreilig denkt man, wenn über Hieroglyphen geredet wird, nur an das alte Ägypten. Ich dagegen sehe Hieroglyphen tagtäglich auf dem Boden, an den Wänden meines Ateliers. Wie groß der Anteil der eigentlichen Schriftkundigen an der Bevölkerung des alten Ägyptens war, ist bis dato unklar, es dürfte sich nur um wenige Prozent gehandelt haben. So verhält es sich heute auch noch, wenn wir auf wahre Künstler zu sprechen kommen. Auch deren Anteil ist im Verhältnis zur Besamtbevölkerung schätzungsweise sehr gering. Schriftkundige sind Künstler, sind einfach nur „Schreiber“…diese Bezeichnung, diese Gleichsetzung gefällt mir. Sie stehen synonym für ein Spiel, was ich als Kind spiele, um die Erwachsenen in mir aufzuwecken, indem ich über eine weiße Planke tanze…














