erinnerungen fern jeder mitte im irgendwo

Helfen mir Bilder, dass ich mich an etwas erinnere? Oder sind meine Bilder in Wahrheit die eigentlichen Erinnerungen?

Wiederhole ich mich in und mit all meinen Erinnerungen? Das was wirklich neu ist, so lautet eine These, ist nur in Form einer Wiederholung möglich. Denn um das Neue zu erkennen, muss ich paradoxerweise dem treu bleiben, was schon im bereits Vorhandenen neu ist… & daran erinnere ich mich gerade.

eine ahnung vom aufgehen

haut wie fleisch darunter verdampft gerippe und mark zerstoben in einer funkelnden wolke die aschweis erkaltete um sich dann zu verfestigen… zu einem Bild von Mutter mit Kind.

Die Philosophie, an die ich glaube, muss poetisch betrachtet werden.

Niederschlag und Aufnahme

Mein Leben passt in einen Regentropfen. Es gleicht, so betrachtet, dem Plot des Films „Contact“ aus dem Jahr 1997. Ich möchte ihn hier wie folgt leicht umformulieren: Während der Regentropfen zur Erde fällt, reise ich zu Orten von unbeschreiblichen Ereignissen, also Kunst. In und mit der Kunst nehme ich Kontakt auf; dort suche ich nach Beweisen für die Existenz anderer Lebensformen. Etliche Jahre vergehen. Doch für den Regentropfen sind nur Bruchteile von Sekunden vergangen. Ist das Leben demnach eine Wahrnehmungsstörung oder Halluzination? Mein Hirn zeichnet tagtäglich ein ständiges „Rauschen“ auf, was jedoch keine verwertbaren, d.h. unumstößlichen Informationen (sprich: Wahrheiten) verspricht. Mein Körper, sein Alter, er beweist allerdings durch seine offensichtliche „Aufzeichnungsdauer“ das es doch wahr sein könnte: mehr als 59 Jahre innerhalb weniger Sekunden zu durchleben.

Mein Märchenversprechen

Verwunderung ist der Beginn jeder Kunst. Und Ziel der Kunst ist der Weg in die eigene Singularität.

Das Kaninchen, was einstmal aus dem Hut der Mutter gezogen wurde, fällt hier in sich zusammen; mit einem Blinzeln in die Unendlichkeit. Mit anderen Worten: So weit ist es also schon mit mir gekommen. Zeit verändert mich ständig und läßt mich entstehen in einem Jetzt, dass nicht wirklich existiert.

Anbetung falscher Tatsachen

„Ich liebe Dich“ / So behauptet eine Gedichtzeile / Ich glaube ihr nicht / Sie wurde aus einer Zeitung geschnitten / aus vielen einzelnen Schnipseln zusammen gesetzt / wie eine Kreatur / die ihren Geist aus einer Announce / auf der Seite der Todesanzeigen erhalten hat // Der Atem will meine Lunge nicht verlassen / Es ist als hielte das Herz ihn zurück / „Du sollst diese Zeilen nicht aussprechen“ / sagt das Herz dem Atem / „Spiel nicht mit den Schmuddelwörtern“ / Meine Lippen verweigern ihren Dienst / Sie wollen die Worte partout nicht formulieren / Stattdessen choreografieren meine Finger / vor aller Augen mir ein Bild / Sie übersetzen Buchstaben in Farbnuancen / Wörter werden zu Flächen / Satzzeichen verwandeln sich in insektengleiche Tuschespritzer / die im Raum herumflirren / als wären sie Sterne aus längst vergangenen Zeiten // Troubadoure zogen einst umher / Um die Liebe zu besingen / Ein Kometeneinschlag machte dies alles zunichte / Aus ihrer Asche wuchsen Farne empor / Farne wurden zu Bäumen / aus denen wir Papier herstellten / um sie mit Lügen zu bedrucken / Was blieb mir anderes übrig / als die Zeiten wie die Zeilen umzudrehen / „Dich liebe ich“ / flüstere ich dem Bild zu / Es ist nun keine Lüge mehr

It´s lying

Don’t look at me! I’m not your kind / I’m… R E A L / Something inside me has just begun / Lord knows what I have done / And the lamb lies down on Broadway / They say the lights are always bright on Broadway / They say there’s always magic in the air

(Lyrics by GENESIS)