R.I.P. mein Freund

Lieber Freund, Du und Deine vielen Anregungen zu meiner Kunst, sie werden mir fehlen. Wo immer Du jetzt bist: Glocken erklingen, tausend Vöglein singen… singen für dich, Sonnyboy.

Das Liebessehnen

Die Begierde ist überall; im Stande der Verliebtheit aber wird sie zu jenem ganz eigentümlichen: Sehnen. (Roland Barthes)

Die Kunst kennt dieses Sehnen. Auch wenn sie sich draufstürzt… auf das, was sie liebt.

Es ist die Form, die „spricht“

Kunst ist immer die Ausnahme. Meine mich umschmeichelnde Zeit mag so mache unschuldige Blume zertreten…

Ich aber trete als Einzelner für die Dinge ein, an die ich glauben möchte. Nennt mich einen kauzigen Botanisten oder Blütensammler; ich huldige stets der Blume, von deren Blick ich plötzlich neu geboren…

Ein Heldenleben

Ein „Held will einer Frau seine Liebe gestehen und verhaspelt sich dabei in konfusen Wiederholungen; aber genau durch dieses Scheitern … beweist er seine Authentisität.“

Solch ein Held möchte ich als Künstler sein. Für meine Frau!

Ob ich das will ?! Aber natürlich. Nichts anderes.

Kritik der (un)reinen Vernunft

Trotz all meiner labyrinthischen Sprach-, Denk- und Kunstgebäude…

… trotz all der scheinbaren Gegensetzlichkeiten, die aber, das versichere ich hier aus ganz tiefgründigen, wie auch eigenwilligem Herzen, überaus notwendig sind…

… es gibt die Eine, „die (mich) wissen lernte, was das Leben meine“.

Die Grenzen meiner Bilder sind die Grenzen meiner Welt

Über das, was ich nicht malen kann, darüber kann ich …

reden: all meine Texte, sie sondieren das weite künstlerische Terrain, auf dem ich mich seit so vielen Jahren bewege. Die Wege, die kreuz und quer durch dieses Gebiet führen, sie haben als Wegmarkierungen für sich Tuschefedern gewählt. Oder Tinten und Farbtuben in jeglicher Form und Größe. Die Bäume an meinem Wegesrand sind aus Papier, all meine Himmel aus Leinwand oder schlichter Pappe. Und es gibt überall das Gespräch mit Gespenstern. Nur in der Kunst erlebe ich meine Lehrjahre beim Feigenbaum. Reden kann ich dank ihr mit Lebenden; ich rede aber auch mit Toten. So wie mit mir selbst. Ich schöpfe dabei aus den „honigströmenden Quellen“ und weiß stets: jedes Bild sagt mehr als tausend Worte. Wieviel mehr kann es aber bei einem Bild sein? Ein kleines Häppchen mehr? Über hundert Worte mehr? Eventuell eine märchenhafte 1000 und 1 Wort-Bild-Exegese… Oder bloss ein einziges, kleines Wort mehr? Wie: lebendig  „Das Wort war lebendig … War es «lebendig», das Wort, oder das Wort lebendig?“* Darüber gilt es zu reden. Mit meinem ganzen „F#*ki☈g-Heart“. ✓

(* Patrick Roth; zitiert aus: „Johnny Shines“.)

 

Durch tausend Spiegel muß ich sehen

Folgendes Bild zeichnet sich im Spiegel über mir ab: ich liege, den Kopf leicht erhöht, auf Kissen, sprich, auf einer weichen Couch gebettet. Wer auf einer Couch liegt, kann bekanntlich freier phantasieren und findet so leichter Zugang zu seinen Erinnerungen. So ist es: ich erinnere mich, dass der Schriftsteller G. K. Chesterton einmal schrieb, der Puritaner sei ein Mensch, der seine gerechte Entrüstung in die falschen Dinge fließen lässt… 

Kann aber Kunst überhaupt falsch sein?, frage ich mich. Wenn ja, dann wäre sie eine Lüge; aber eine Lüge, die uns am Ende die Wahrheit begreifen läßt… „Herr Künstler, Ihr habt ja so recht, aber wollen Sie recht haben oder glücklich sein? Beides geht nicht“, raunt mir der Spiegel von oben zu.