Die Sünde

Das verlockend erotische Weib und die Schlange fixieren respektlos ihren Betrachter. Sie ertappen mich bei der Betrachtung. Ich kann der Sünde – und ich will ihr nicht entrinnen: Als wärens Wege, die zur Heimat führen, / Reißt es nach vorwärts mich mit allen Sinnen / Ins Ungewisse… meiner Kunst. Steife Liebespaare, Heroinen und Heroen, durch duftige Kastanienblüten brechen Lichter…  Dies alles, ich nenne es gerne die Unschuld des Künstlers in schuldigen Zeiten.

Das Unbegreifliche als Ziel der Laufbahn

Ich schnitt‘ es gern in alle Rinden ein, / Ich grüb‘ es gern in jeden Kieselstein, / Ich möcht‘ es sä’n auf jedes frische Beet / Mit Kressensamen, der es schnell verrät, / Auf jedes weiße Haus möcht‘ ich es schreiben: MAKE ROMANTIC GREAT AGAIN.

Tauberauschte Blumen schließen / Ihrer Kelche süßen Kranz, / Und die schlummertrunken Wiesen / Wiegen sich in Traumes Glanz. O YEAH !

Yes I’m going to be a pop star, now*

Das Schönste am Pop ist, dass ich mir unseren ungeheuren gesellschaftlichen Reichtum jeden Tag aufs Neue aneignen kann. Luxusjachten, Edelkarrieren, Wissen, Macht, Neurosen, Kunst, Comics, Musik und, wenn ich mag, Küchengeräte oder sogar ganze Anzüge aus hochwertigem Edelstahl. *Yes I’m going to be a pop star, now. / Oh mama, mama see me, / I’m a pop star. / I’m going on the T.V. now. / Oh mama, mama see me on the T.V. (Cat Stevens)

Believe Me But I´m „Polanoid“

Went to college, studied arts / To be an artist make a start / Studied hard, gettin‘ my degree / But no one seemed to notice me / Painter man… / All day long I think of things / But nothing seems to satisfy / Think I’ll lose my mind / If I don’t find something to pacify / Who want to be a painter man / Can you help me occupy my brain? / Tried cartoons and comic books / Dirty postcards could have done / Here was where the money laid / Classic art has had it’s day / I need someone to show me / The things in life that I can’t find / I can’t see the things that make true happiness / I must be blind / Make a joke and I will sigh / And you will laugh and I will cry / Happiness I cannot feel / And love to me is so unreal / Who want to be a painter man / And so as you hear these words / Telling you now of my state / I tell you to enjoy life / I wish I could but it’s too late… Who want to be a painter man? (Wenn „Boney M“ und „Black Sabbath“  hier für mich ihre Songtexte „Painter Man“ und „Paranoid“  verzahnen, dann überleg ich mir kurz, ob das überhaupt sinnvoll ist.)

Was soll´s, sag ich schließlich.  / „Das ist auch die Ekstase des Polaroid: fast gleichzeitig den Gegenstand und sein Bild (…) erhalten.“ Jean Baudrillard, let me tell you somethin’ / I’m my own polaroid.

Don’t you know I had a dream last night…

I had been dreamin’ / Dreamin’ again… Words and pictures… And I dreamed that we were lovers…

I had been dreamin’: Bilder sollten keine Währung an den Börsen der Welt sein. Sie sollten nicht der Bewertungstyrannei eines „immer größer-immer teurer“ unterworfen sein. Deshalb möchte ich meinen Bildern die Poesie zur Seite stellen…

Eine Poesie, die keiner Hierarchie verpflichtet ist, sondern nur dem „Nervengeflecht, vom Hirn gesenkt in jeden Körperteil“ (John Donne). Oder eine Poesie, grandios wie eine „Hot Buttered Soul“ (Isaac Hayes).

In der Geißblattlaube

Ein Paar in liebevoller Zweisamkeit. Glücklich, selbstbewusst und stolz.

Sprache und Bild stehen kurz vor einer Umarmung. Die Umarmung von zwei Liebenden. So eine Umarmung schließt alles andere aus. Nur eines nicht: die Kunst.

Soll mein Bild sagen, wer ich war.  Und der Text zeigen, wer ich bin.