De berte fan Venus

De berte fan Venus, das ist westfriesisch und bedeutet zu deutsch: Die Geburt der Venus.

Dieses kleine digitale Werk stellt die Ankunft meiner geliebten Mutter-Göttin an der Küste von Sylt dar. Trotz ihrer Nacktheit ist die Göttin kein Symbol der körperlichen, sondern der geistigen Liebe. Das Bild befindet sich in meinem Privatbesitz. Und ist Teil meiner Selbstanalyse. Ganz klar.

Kunstkurort

Die häufigste Lösung für die Kreuzworträtsel-Frage Luftkurort im Tessin ist Airolo mit 6 Buchstaben. Aber für Kunstkurort im Leben? Darüber streiten sich die Geister, die ich rief.

 

Sich vermählen mit der Unendlichkeit

… eine Stimme, die frei umherschwebt als gefürchtete, traumatische Präsenz… was flüstert sie mir zu?

Nun, im Atelier, sagt sie, kann es einem selbst schonmal das Herz zuschnüren. Vor Freude, aber gleichzeitig auch vor Angst. Dann nämlich, wenn ich begreife, dass ich tagtäglich meinen Spielraum, d.h. meine Kunst, erweitern soll/darf/muss. Es geht doch darum, dass ich gegen die Windmühlen, d.h. gegenüber den Widerständen, meinen eigenen Verfehlungen, all den Irrtümern der Welt, versuchen sollte weitherziger zu werden. Ich möchte mich liebevoll-kämpferisch gegen die Wirklichkeit durchsetzen. Denn erst, wenn man aufhört, Menschen und Dinge nach ihrem Marktwert abzutaxieren, wird man, denke ich, entdecken können, dass das Geschenk des Daseins unbezahlbar ist. Wem solch ein autonomes Bemühen arrogant erscheint, gut, der darf mich dann wohl als arrogant bezeichnen. Vielleicht bin ich aber auch nur ein Frosch, der auf den erlösenden Kuss wartet. Auf den Kuss, der mich verwandeln und so erst der Ewigkeit zugängig machen wird.

Verwebung von Fantasien

Mir träumte: Der Beweis, dass der Mensch fehlbar ist, weil er nur ein Herz besitzt. Er sollte viele besitzen, eine ungerade Zahl an Herzen, die er Nacht für Nacht, Tag für Tag, wie ein Rosenverkäufer, an die Frau oder den Mann bringen möchte. Langstilige Herzen, die der Mensch mit spitzen Fingern hinüberreicht, wenn ein Lächeln es ihm wert erscheint. Er kennt sie, die Herzen, die verwelken. Oder Herzen, die vertrocknen, wenn sie mit ihrer Blüte nach unten in unserem Brustkorb hängen und zerbröseln, wenn wir vor Liebeskummer eine Hand um dieses Herz verkrampfen… 

Mehr als zwei Herzen wohnen, ach! in meiner Brust; denn es gibt sie, diese seltsame, gegenseitige Verwebung von Fantasien, von Texten, von Zeichnungen, von Fotos, von Gemälden, von all dem und noch vielem mehr. Die Geschichte meiner Herzen ist eine Geschichte individueller und kollektiver Stilistiken, Improvisation-Strategien, Phrasierung- und Intonationsweisen, kurz: eine jazzige Interpretationsgeschichte.

nach wie vor

… leider habe ich vergessen, von wem diese Gedichtzeilen sind, wo ich sie gelesen habe. Den Bilderrahmen erbte ich einst von meiner Großmutter. Das Bild malte ich einige Monate nach ihrem Tod.

Alles hat nach wie vor Bedeutung.

Das Gespräch zweier Seelen.

Nachdenken über die „eigentliche Bedeutung dieser wunderbaren Kunst“… oder auch: Kyot trifft auf Detlef Bach.

Zum Existenzgefühl des Menschen gehört es, zu begreifen, dass er ein Teil von etwas großen Ganzen ist. Und dass er zugleich das festhalten will, was ihn von jeden anderem Menschen unterscheidet. Solch ein Bestreben nannte ich bis dato gerne auch meine Kunst. Und mein Freund Kyot fügt hinzu: „Mir ist beim Malen wichtig, dass der Moment in der Linie spürbar ist.“

Und so wollen wir es, unser ständiges Bemühen, verstanden wissen: Wir alle spielen oder starren ständig auf unzählbar viele Bühnen und/oder Bildschirme. „Individualität versus Schwarmverhalten“ heißt das Stück, dass überall und pausenlos um uns herum gezeigt bzw. uns vorgespielt wird. Ein Philosoph resümiert, dass das Eigene (Ich) heutzutage in Gefahr ist, entwertet zu werden. Lieber schließe man sich deshalb der Masse an und übernähme die Standards, die von der Masse verlangt und definiert würden. „Man geht zuerst ins Netz und schaut auf den medialen Beobachtungsschirm, um dann zur Selbstwahrnehmung zu kommen.“ (Rüdiger Safranski)

Auf diese Art und Weise läuft jeder von uns allerdings Gefahr sein eigenes, wahres Selbstgefühl zu verlieren…Denn zum Denken, so die Philosophin Hannah Arendt, benötige jeder von uns das Alleinsein. Sie meint damit die Unterbrechung des ständigen, überbordenen Kommunikationsstroms mit all seinen Informationen. Von diesen werden wir Tag für Tag geradezu überschwemmt. Um diesem Tsunami entkommen zu können, bedarf es der Zurückgezogenheit, der Vereinzelung. Kunst war für mich, war für uns, stets dieser Ort. Ein selbstgewähltes Exil auf Zeit, ein Moment des erfrischenden Alleinseins. Spürbar in jeder Linie. Diese Kunst als auch – und vorallem – das „Denken“, so sagt Hannah Arendt, sei mit der „Erfahrung des inneren Gesprächs mit sich selbst“ vergleichbar. „Das Denken ist, existentiell gesehen, etwas, das man allein tut, aber nicht einsam: allein sein heißt mit sich selbst umgehen; einsam sein heißt alleine sein, ohne sich in das Zwei-in-einem aufspalten zu können, ohne sich selbst Gesellschaft leisten zu können.“

Wir deuten Hannah Arendt für uns gerne so um, das wir auch in der Kunst als Einzelner, der jeder von uns nun einmal ist, seine Dualität entdecken, d.h. ein Gespräch innerhalb der eigenen Seele zu führen vermag. Wenn zwei Künstlerfreunde sich also nun zusammen finden und jeder dem anderen seine ganz eigene Kunst an- und darbietet, welche Quíntessenz könnte dieses Gespräch zweier Seelen ergeben? Vielleicht ist es die wunderbare Erkenntnis, dass beide Freunde durch ihr vertrauensvolles Gespräch am Ende, jeder für sich, ein kleines bißchen weniger allein ist. Dies wäre doch ein überaus schöner und tröstlicher Gedanke: Durch Kunst weniger allein als zuvor. Aber sehen Sie doch selbst: im „Salon 87a“ am 29. und 30. Oktober 2022 und am darauffolgenden Wochenende am 5. und 6. November 2022.

Beizeiten werde ich diesen Artikel noch einmal posten… Heute wollte ich mich einfach schon einmal an ihm erfreuen. Für mich allein.