Mehrdeutiges Konterfei

„Mein Konterfei erinnert mich an den Duft einer Farbe; es ist wankelmütig, mehrdeutig wie ein Traum. Was es mit mir macht, will es stumm herausschreien… sein innerer Gesang, entlang an orangefarbenen Rinsalen und vielgestaltigen Formen von gräulichschwarzen aufgedunsenen Stalagmiten wie auch rötlich verzauberten Stalaktiten, er formt (m)einen Körper…“ so könnte eine Übersetzung meines Bildes in Sprache lauten.

Denn was bin ich anderes als ein Übersetzer, wenn ich etwas zu und über meine Bilder sagen will? Ein Übersetzer, der sich durchaus inmitten der eigenen Sprache fremd fühlen kann. Denn jedes Bild ist Teil (m)einer anderen und der ewig fremden Sprache. Dieses Fremde muß ich versuchen mir sprachlich ständig neu anzueignen, um es, wie hier zum Beispiel, auf dem Blog überhaupt weitergeben zu können…

Das Liebesbrief-Theorem

Der Ausdruck Theorem (von theṓrēma ‚Angeschautes, Untersuchung‘), ist mehrdeutig. Er bezeichnet allgemein einen Lehrsatz, eine Lehrmeinung oder den Bestandteil einer wissenschaftlichen Theorie; spezieller „die erklärten Sätze (Aussagen, Normen) eines Systems“ bzw. die in einer Theorie bewiesene Aussage respektive einen bewiesenen Satz. Aber das wissen wir ja längst alles!

Weniger bekannt ist die famose Erklärung meines Professors Gerd Aretz, wie & wann genau „freie Grafik“ entsteht oder schlicht zu verstehen ist. Man müsse sich, so Prof. Gerd Aretz, nur einen zwanzigseitigen Liebesbrief vorstellen. Die ersten Seiten wären noch akkurat, sauber, ordentlich, aber spätestens ab Seite 9 oder 10, wenn dazu noch ein oder zwei Gläschen Alkohol ins Spiel kämen, würden die Formulierungen kühner, Worte würden keck korrigiert, ganze Sätze mit Schmiss brutal durchgestrichen, gedankentrunkene Kommentare in unterschiedlichesten Farben am Seitenrand (oder sonst wo) verwegen untergebracht… So sieht es aus: genau an dieser Schwelle beträten wir Verfasser von Liebesbriefen den Ort der „freien Grafik“, würden durch einen Spiegel schreiten und unsere Briefe in Kunst verwandeln. Exakt. „I’m gonna sit right down and write myself a letter  / And make believe it came from you“ lautet von je das Credo aller Kunstschaffenden. 

Es ist die Form, die „spricht“

Kunst ist immer die Ausnahme. Meine mich umschmeichelnde Zeit mag so mache unschuldige Blume zertreten…

Ich aber trete als Einzelner für die Dinge ein, an die ich glauben möchte. Nennt mich einen kauzigen Botanisten oder Blütensammler; ich huldige stets der Blume, von deren Blick ich plötzlich neu geboren…

Kritik der (un)reinen Vernunft

Trotz all meiner labyrinthischen Sprach-, Denk- und Kunstgebäude…

… trotz all der scheinbaren Gegensetzlichkeiten, die aber, das versichere ich hier aus ganz tiefgründigen, wie auch eigenwilligem Herzen, überaus notwendig sind…

… es gibt die Eine, „die (mich) wissen lernte, was das Leben meine“.

Das Küßkind

 

Der Schriftsteller James Joyce war noch davon überzeugt, dass sein Werk Generationen von Literaturwissenschaftlern Nahrung bieten würde. Heute wissen wir, dass wir unsere Kunst für uns alleine machen. Das eigene Werk entsteht auf ganz eigenes Risiko. Es gibt tatsächlich niemanden, der irgendwo und irgendwie auf meine Kunst wartet. Viele Kolleg*innen stößt diese Tatsache, dass jeder seine Kunst für sich allein machen muß, vor den Kopf. Es wird ihnen schwindelig bei dieser Erkenntnis.

Ich schlage vor: den Kopf in Fahrtrichtung halten, sich anlehnen, Augen offen halten, die Bewegungen des Lebens mitverfolgen. Kunst ist wie Karussell fahren: wir sollten versuchen zu genießen, vertrauensvoll wie ein Kind – wie ein Küßkind.

Mein Antrag #Frühlings Erwachen

Jemand sagt, es träume sich gerade heute so schön korrekt von nichts anderem als Sandtorten und Aprikosengelee. Soll sein. Mir geht es jedoch stets um Verwandlungen. In meinen Träumen herrscht ein ständiges Frühlings Erwachen vor: Sexuelle Neugier, durchaus mit den Problemen psychischer Instabilität, und fortschrittliches Denken: „Jetzt bin ich wieder ganz munter, nur etwas aufgeregt“. All das durch Figuren, die mich zum Leben/Spielen verführen sollen. „Solche Gedanken, sie kommen mir so des Abends, wenn ich nicht einschlafe. Mir ist gar nicht traurig dabei, und ich weiß, daß ich dann um so besser schlafe. Ist es sündhaft über derlei zu sinnen?“ „Nein!“ verheißt der innere Laut, „geh und häng das Bußgewand in den Schrank!“ „Oja… nun ich die Stange erfaßt, werde ich mich auch hinaufschwingen. Dafür bürgt mir die unabänderliche Konsequenz, daß ich nicht stürze, ohne das Genick zu brechen…“

„Dies alles hier eine Kindertragödie von Königen und Königinnen ohne Kopf?“ „Wohl eher eine Kunst-Geschichte… eine positive Funktion der Unvollkommenheit… im Kopf.

Vom geliebten Körper

Ein geliebtes Ungeheuer des Unbewussten, es spricht & zitiert Proust… Die Erotik Animas, sie resultiert aus meiner abgrundtiefen Freiheit, dem Spiel zügellosester Wünsche und Fantasien, mir selber zum Geschenk.