Was sind meine Werke anderes, als Reliquien von Seelenflügen. Vom Diesseits ins Jenseits. Und wieder zurück… Die Thermik hebt mich empor. In schwindelerregenden Höhen drehe ich meine Kreise, mühelos gleite ich durch das Blau meiner Träume hindurch…
Kategoriearchiv: Schätze
Bild und Wort / Verliebt
Das Unmögliche
Allzu oft höre ich, meine Bilder seien schlicht „unmöglich“. Über diese Aussage, die ich für ein Lob halte, freue ich mich, denn es stimmt: Das Unmögliche muß zunächst geträumt werden. Nur so gelangen wir in die Tiefen der Meere, nur so erwacht in uns der Wunsch zu den Sternen zu reisen oder das Unterbewusstsein zu erforschen.
Wahrnehmungshypothesen
In dem Buch „On The Move“ von Oliver Sacks stolpere ich über die Überlegung, dass unser Gehirn stets mit Ideen spiele. Und das, was wir Wahrnehmung nennen eventuell nur Wahrnehmungshypothesen seien. Unser Gehirn konstruiere diese, um mit ihnen zu spielen. Dieser Gedankengang gefällt mir. Verwandelt schaue ich auf meine eigenen Bilder.
… während ich so spiele – mein Gehirn sich an neuen Ideen erfreut – kommt mir auch das in den Sinn: eine weitere Wahrnehmungshypothese, ein neuer Versuch Kunst zu erklären.
Rezept gegen den Wiederholungswahn
Das obige Bild gibt mir recht, ich bin ein ganz gewöhnlicher Neurotiker. Und dazu noch ein heiliger, ein pathologischer Wiederholungstäter. Als Beweis dafür bedürfte es nur einen kurzen und fachkundigen Blick auf all meine Kunst; und siehe da: 2174 Wiederholungen nur zu Camass, 86 Wiederholungen z.B. zu Eros, Tod & Kitsch, 1017 Wiederholungen zum Froschkönig, 244 Wiederholungen zum Marionettentheater. Und mehr als 452600000 Atemzugwiederholungen bis zum heutigen Tag. Die Atemzüge ab Verlassen meiner Singularität bis hin zu meiner Geburt gar nicht erst mitgerechnet. Als wichtige Erneuerungen in meinem Lebensentwurf gebe ich deshalb hier zu Protokoll: ich möchte mich ab heute keinem Wiederholungswahn mehr anschließen. Einfach mal das sich ständig wiederholende Einatmen einstellen. Keine Schafe mehr vor dem Einschlafen zählen. Nichts mehr geraderücken Kein Bild mehr aufbauen, wenn es am Boden liegt. Beim Theater den Vorhang unten lassen. Oder, noch besser, stets geöffnet halten. Den kommenden Morgen aussperren, ebenso jede alpträumende Nacht. Das katzenlose Lächeln frei am Himmel als Mondersatz schweben lassen. Kein, wenn möglich, Ermüden in allen Ecken eines Quadrates. Keinen Ton mehr auf den anderen folgen lassen. Meine meist nervösen Orientierungssuche ab jetzt komplett einstellen. Den fraglichen Felsen nicht mehr versuchen den Berg hoch zu rollen, den schweren Brocken einfach im Tal liegen lassen, dort wo er alle hilfreichen Ideen unter sich begraben hält, wie z.B. den Tanz mit dem Bienenwolf, die magische Hosenbiene, die fuchsrote Sandbiene in ihrem fliegenden Bett, alles großartige Bildideen. Ach, was soll´s, warum sich überhaupt wiederholt am Abend (oder auch gerne tagsüber) ausziehen, wenn ich mich dann doch wieder anziehen darf, muß oder soll?
„Um Liebe zu machen“, lautet die Antwort. „Die schönste Art sich eine Wiederholung schmackhaft zu machen. Sie will halt Liebe nur, die Wiederholung.“ Ich glaube, ich verstehe nicht ganz richtig, was da gesprochen wird. Und deshalb frage nach. „Leben?“, frage ich. Und die Stimme antwortet: „Ja. Genau. Richtig verstanden. Lieben.“
Ach so. Und jetzt verstehe auch ich, es lockt mich stets von neuem: Kunst.
„Richtig. Liebe.“
Die erste Dame.
Wofür die Kunst steht…
Cover-up
leicht wie…
Die Symmetrie der Träume
Das größte Organisationsprinzip in der Natur unterliegt der Symmetrie. Die geniale Physikerin Emmy Noether hat uns diese Poesie geschenkt: Wasser und und Gas besitzen die gleiche Symmetrie, doch durch das Abkühlen von Wasser unter den Gefrierpunkt bricht die Symmetrie.
Ergriffen, versunken, hingebungsvoll, an etwas denkend, eingedenk, andächtig forme ich meine Bilder zu Kristallträumen, jeder Traum mit seiner eigenen Symmetrie, und dann breche ich sie ein wenig… dank meiner Kunst, diesem geheimnisvollem Spielzeug.





















