Meine zärtliche Erinnerung…
Informationen zum Glück
Mit der Kunst geht es mir, wie mit der Zeit. Denke ich für mich alleine so darüber nach, dann weiß ich genau, was es ist. Soll ich das Phänomen aber einem Gegenüber exakt erklären, fehlen mir die richtigen Worte dafür. Zum Glück gibt es heutzutage aber zu jedem auch noch so abartigen Thema, wie zum Beispiel der Kunst, Experten und Expertinnen, die über alles… so etwas von Bescheid wissen… ich finde das einfach enorm. Und diese Auguren der Kunst und Kultur habe ich befragt. Und sie antworteten sofort mit einem Augurenlächeln, diesem wissenden Lächeln eines Eingeweihten, der um meine Zukunft weiß. Sie kennen solche Leute übrigens auch, wenn sie z.B. Asterix-Comics gelesen haben. Bei Asterix und der Seher, da taucht solch ein Kunstkritiker auf. Lügfix (oder Lügnix?) mit Namen. Er behauptet z.B. durch die Eingeweideschau eines toten Tieres alles beweisen zu können. Um die Welt zu verstehen, so Lügfix, eignen sich z.B. gebratene Wildschweine sehr schlecht, kleine Hunde jedoch sehr gut. Man könnte es auch anders formulieren und sagen die Kunst ist heutzutage vor die Hunde gekommen, denn Kunst ist heutzutage keine Geisteshaltung mehr… Vorbei die Zeit, in der Künstler wie August Strindberg in herabgefallenen Zweigen Buchstaben erkennen, die ihm geheime Mitteilungen machen; auf einem Stück Fels entdeckt der Künstler sogleich Besen und Bockshorn und fragt sich, „welcher Dämon es wohl war, der sie dort angebracht hatte“, in einer Walnuss erblickt er winzige, zum Gebet gefaltete Hände, die ihn mit Grauen erfüllen.
Ich selber starre auf rostige Spuren im Beton, am Boden einer Tiefgarage, und beginne augenblicklich über einfache Zweige zu meditieren, an denen sich winzige, kaum wahrnehmbare Knospen bilden… das meine ich mit Kunst:
Das wiederholte Glücksgefühl beim Malen in einem Bild festgehalten
Für das Aussehen meiner Kunst gibt es Gründe. Doch sind dies meist sehr private Überlegungen, meine ganz persönlichen Sinnfragen. In meinen Bildern, in meinen Texten, mag ich den Sinnfragen meines Lebens nachgehen. Ich versuche sie zu Zeichen gerinnen zu lassen, zu Farben und Formen, ich male mir sozusagen eigene Landkarten, gespickt mit realen oder fiktiven Erinnerungen. Ich formuliere Worte. Ich komme mir mit meiner Kunst auf die Spur, dann verstecke ich mich wieder gekonnt vor mir selbst.
Meine Kunst ist ein geniales Spiel. O ja, ein Spiel, auf diesen Begriff komme ich immer und immer wieder gerne zurück. Kunst als ein Spiel, als Urquell der frei schwebenden und fließenden Kreativität.
postromantisches Erinnerungsbild
Im Schatten meiner eigenen Geschichte
Ich sing für die Verrückten
Ich geh meinen Weg allein / The party’s over
In meinen Stück treten auf die Göttlichen, genau in diesem Augenblick… Willie Nelson unterhält sich mit Mario Vargas Llosa. Nelson sagt: Turn out the lights, the party’s over / They say that all good things must end / Call it a night, the party’s over / Denn heute ist es normal und fast schon Pflicht, dass Kochen und Mode einen großen Teil des Kulturprogramms einnehmen… „Meisterköche“ und „Modemacher“ genießen nun die Geltung, die früher Wissenschafter, Komponisten oder Philosophen zukam, erwidert Llosa.
Das ist doch tragisch, kreischt Marilyn Manson.
Stimmen, Meinungen und Ansichten schwirren durcheinander. Verliert die Kultur nicht tatsächlich ihre Würde, wenn sie nur noch Konformismus zementiert? Was für eine verrückte Teeparty, denke ich bei mir, zwei Männer in dunklen Anzügen tragen die Sängerin Marlène Charell an einer Abendgesellschaft vorbei. Was war das bloß für ein Bild? Das Bild davor, danach? Als Künstler spüre ich gerne einem vorigen Gedanken nach… Vielen Dank.
Das Mondschaf bin ich.
Unschärfenpoesie
In einem Gedicht von Charles Baudelaire schritt eine Frau vorbei, die, so schreibt der Dichter, mit der Hand gerafft den Saum des Kleides hob, der glockig schwang.
Und ich, erstarrt, wie außer mich gebracht, überzeichne derweil Seiten in einem Buch, durch meinen Blick jählings neu geboren. Baudelaire fragte die Frau: Werd in der Ewigkeit ich dich erst wiedersehn?
Das Ziel seiner Zukunft war dem Dichter unbekannt. Wie mir das meine.
Dich hätte ich geliebt, schrieb der Dichter. Und ich liebe es Wangen aus Papier zu streicheln.
















