Archiv des Autors: detlef
Mein künstlerisches Brauchtum
Als Kunst, so meinte meine Muse mal zu mir, sei sie schlicht zauberhaft, weil eigentlich wertlos. Aber ab dem Moment, sie hob ihren Zeigefinger, in dem ihr plötzlich großer finanzieller Wert beigemessen würde, so meinte die Kunst, wäre sie augenblicklich zudem auch noch völlig sinnlos. Sozusagen vor lauter Scham, kicherte sie leise. Wenn die Welt sie nun für so sinnlos betrachtete, dann würde mit ihr natürlich nirgends Handel betrieben. Paradoxerweise wäre dies allerdings ihre einzige Chance, so witzelte meine Kunst, um wieder zu ihren eigentlichen Werten zurückzufinden. Ja, das sei letztendlich das Los der Kunst, erläuterte meine Geliebte, wer sie aus dem Hut ziehen könne, der hätte gewonnen. Ich gestehe, ich war ganz hin und weg von diesen Erläuterungen. Auch empfand ich meine Kunst, wie sie so überaus keck und selbstbewußt vor mir stand, nicht einmal ansatzweise als schamhaft. Ganz im Gegenteil, ich würde unterstreichen, enthemmt-schamlos entfaltete sie vor meinen Augen ihren eigenlichen Charme und ungeheuren Liebreiz.


















