… an ein Schmetterlingsheim.
Kategoriearchiv: Nebenhimmel
Ich geh meinen Weg allein / The party’s over
In meinen Stück treten auf die Göttlichen, genau in diesem Augenblick… Willie Nelson unterhält sich mit Mario Vargas Llosa. Nelson sagt: Turn out the lights, the party’s over / They say that all good things must end / Call it a night, the party’s over / Denn heute ist es normal und fast schon Pflicht, dass Kochen und Mode einen großen Teil des Kulturprogramms einnehmen… „Meisterköche“ und „Modemacher“ genießen nun die Geltung, die früher Wissenschafter, Komponisten oder Philosophen zukam, erwidert Llosa.
Das ist doch tragisch, kreischt Marilyn Manson.
Stimmen, Meinungen und Ansichten schwirren durcheinander. Verliert die Kultur nicht tatsächlich ihre Würde, wenn sie nur noch Konformismus zementiert? Was für eine verrückte Teeparty, denke ich bei mir, zwei Männer in dunklen Anzügen tragen die Sängerin Marlène Charell an einer Abendgesellschaft vorbei. Was war das bloß für ein Bild? Das Bild davor, danach? Als Künstler spüre ich gerne einem vorigen Gedanken nach… Vielen Dank.
Verwunschen
Kunstwerke als Erinnerungen
Kunstwerke sind die Reste von unwillkürlichen Erinnerungen, Bilder, die nicht gerplant sind, die wie von selbst entstehen, die dem Unterbewusstsein entspringen. Meine Kunstwerke sind aber ebenso Überreste meiner willentlichen Erinnerungen. Sie gleichen Puzzleteilen, die zusammengelegt mein Lebensbild ergeben würden…
Kunst, An Deinem Busen Let Me Rest.
Achtung, Tiger spritzt ins Publikum.
Die Sonnenkönigin.
Rezept gegen den Wiederholungswahn
Das obige Bild gibt mir recht, ich bin ein ganz gewöhnlicher Neurotiker. Und dazu noch ein heiliger, ein pathologischer Wiederholungstäter. Als Beweis dafür bedürfte es nur einen kurzen und fachkundigen Blick auf all meine Kunst; und siehe da: 2174 Wiederholungen nur zu Camass, 86 Wiederholungen z.B. zu Eros, Tod & Kitsch, 1017 Wiederholungen zum Froschkönig, 244 Wiederholungen zum Marionettentheater. Und mehr als 452600000 Atemzugwiederholungen bis zum heutigen Tag. Die Atemzüge ab Verlassen meiner Singularität bis hin zu meiner Geburt gar nicht erst mitgerechnet. Als wichtige Erneuerungen in meinem Lebensentwurf gebe ich deshalb hier zu Protokoll: ich möchte mich ab heute keinem Wiederholungswahn mehr anschließen. Einfach mal das sich ständig wiederholende Einatmen einstellen. Keine Schafe mehr vor dem Einschlafen zählen. Nichts mehr geraderücken Kein Bild mehr aufbauen, wenn es am Boden liegt. Beim Theater den Vorhang unten lassen. Oder, noch besser, stets geöffnet halten. Den kommenden Morgen aussperren, ebenso jede alpträumende Nacht. Das katzenlose Lächeln frei am Himmel als Mondersatz schweben lassen. Kein, wenn möglich, Ermüden in allen Ecken eines Quadrates. Keinen Ton mehr auf den anderen folgen lassen. Meine meist nervösen Orientierungssuche ab jetzt komplett einstellen. Den fraglichen Felsen nicht mehr versuchen den Berg hoch zu rollen, den schweren Brocken einfach im Tal liegen lassen, dort wo er alle hilfreichen Ideen unter sich begraben hält, wie z.B. den Tanz mit dem Bienenwolf, die magische Hosenbiene, die fuchsrote Sandbiene in ihrem fliegenden Bett, alles großartige Bildideen. Ach, was soll´s, warum sich überhaupt wiederholt am Abend (oder auch gerne tagsüber) ausziehen, wenn ich mich dann doch wieder anziehen darf, muß oder soll?
„Um Liebe zu machen“, lautet die Antwort. „Die schönste Art sich eine Wiederholung schmackhaft zu machen. Sie will halt Liebe nur, die Wiederholung.“ Ich glaube, ich verstehe nicht ganz richtig, was da gesprochen wird. Und deshalb frage nach. „Leben?“, frage ich. Und die Stimme antwortet: „Ja. Genau. Richtig verstanden. Lieben.“
Ach so. Und jetzt verstehe auch ich, es lockt mich stets von neuem: Kunst.
„Richtig. Liebe.“
Heilige Schriftzeichen
O ja, ich erinnere mich: Die Bezeichnung „Hieroglyphen“ bedeutet soviel wie „heilige Schriftzeichen“, also KUNST. Zu voreilig denkt man, wenn über Hieroglyphen geredet wird, nur an das alte Ägypten. Ich dagegen sehe Hieroglyphen tagtäglich auf dem Boden, an den Wänden meines Ateliers. Wie groß der Anteil der eigentlichen Schriftkundigen an der Bevölkerung des alten Ägyptens war, ist bis dato unklar, es dürfte sich nur um wenige Prozent gehandelt haben. So verhält es sich heute auch noch, wenn wir auf wahre Künstler zu sprechen kommen. Auch deren Anteil ist im Verhältnis zur Besamtbevölkerung schätzungsweise sehr gering. Schriftkundige sind Künstler, sind einfach nur „Schreiber“…diese Bezeichnung, diese Gleichsetzung gefällt mir. Sie stehen synonym für ein Spiel, was ich als Kind spiele, um die Erwachsenen in mir aufzuwecken, indem ich über eine weiße Planke tanze…

















