Das Küßkind

 

Der Schriftsteller James Joyce war noch davon überzeugt, dass sein Werk Generationen von Literaturwissenschaftlern Nahrung bieten würde. Heute wissen wir, dass wir unsere Kunst für uns alleine machen. Das eigene Werk entsteht auf ganz eigenes Risiko. Es gibt tatsächlich niemanden, der irgendwo und irgendwie auf meine Kunst wartet. Viele Kolleg*innen stößt diese Tatsache, dass jeder seine Kunst für sich allein machen muß, vor den Kopf. Es wird ihnen schwindelig bei dieser Erkenntnis.

Ich schlage vor: den Kopf in Fahrtrichtung halten, sich anlehnen, Augen offen halten, die Bewegungen des Lebens mitverfolgen. Kunst ist wie Karussell fahren: wir sollten versuchen zu genießen, vertrauensvoll wie ein Kind – wie ein Küßkind.

Ein Teil der Sammlung Siepermann

Mit meinem Buchobjekt über den Marquis de Sade, das ich während meiner Studienzeit anfertigte, begann meine langjährige Freundschaft mit Wolf Siepermann, der darüber hinaus Förderer und Sammler von mir wurde. Gestern präsentierte er seinen Freunden den Film „Die Kunst muß bewegen. Die Sammlung Siepermann.“ Wunderbar, ein Teil dieser Sammlung sein zu dürfen.

Der Staub der Zeit hat sich inzwischen über viele meiner Arbeiten in der Sammlung Siepermann gelegt. Als ich viele meiner Zeichnungen und Objekte wieder in Augenschein nehmen konnte, glimmten jedoch viele schöne Erinnerungen auf.

Im Schamgehölz der Liebe

… ein Land / Hoch im leeren Raum / Ich schau ES an / Und wachse empor… All Gegenwart / All Sinn, all wie im Traum… die Nächte sagen mir, woraus die Tage gemacht seien werden & ihr zartes Gewebe findet sich ein in meiner Kunst…

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Von damals und von dieser Zeit

Wo sind eure Lieder, eure alten Lieder? Fragen, die aus anderen Ländern, wenn man um Kamine sitzt, mattgetanzt und leergesprochen und das high-life Spiel ausschwitzt…

Ja, wo sind die Lieder, unsre alten Lieder? (Franz Josef Degenhardt)

Mein Antrag #Frühlings Erwachen

Jemand sagt, es träume sich gerade heute so schön korrekt von nichts anderem als Sandtorten und Aprikosengelee. Soll sein. Mir geht es jedoch stets um Verwandlungen. In meinen Träumen herrscht ein ständiges Frühlings Erwachen vor: Sexuelle Neugier, durchaus mit den Problemen psychischer Instabilität, und fortschrittliches Denken: „Jetzt bin ich wieder ganz munter, nur etwas aufgeregt“. All das durch Figuren, die mich zum Leben/Spielen verführen sollen. „Solche Gedanken, sie kommen mir so des Abends, wenn ich nicht einschlafe. Mir ist gar nicht traurig dabei, und ich weiß, daß ich dann um so besser schlafe. Ist es sündhaft über derlei zu sinnen?“ „Nein!“ verheißt der innere Laut, „geh und häng das Bußgewand in den Schrank!“ „Oja… nun ich die Stange erfaßt, werde ich mich auch hinaufschwingen. Dafür bürgt mir die unabänderliche Konsequenz, daß ich nicht stürze, ohne das Genick zu brechen…“

„Dies alles hier eine Kindertragödie von Königen und Königinnen ohne Kopf?“ „Wohl eher eine Kunst-Geschichte… eine positive Funktion der Unvollkommenheit… im Kopf.

Vom geliebten Körper

Ein geliebtes Ungeheuer des Unbewussten, es spricht & zitiert Proust… Die Erotik Animas, sie resultiert aus meiner abgrundtiefen Freiheit, dem Spiel zügellosester Wünsche und Fantasien, mir selber zum Geschenk.