Meine Kunst, meine autonome Kunst

All meine Kunst… in ihrer Autonomie… und versteckt in meinem Atelier. Ein Kunstwort fällt mir dazu ein: „Autonymität“, meine Verbindung von „Autonom“ und „Anonymität“… one secret marriage… ich bin Bräutigam und Braut in einer Person. Ich vermähle mich und nehme mir selber die Beichte ab. Das ist meine Kunst, meine autonome Kunst.

Mein künstlerisches Brauchtum

Als Kunst, so meinte meine Muse mal zu mir, sei sie schlicht zauberhaft, weil eigentlich wertlos. Aber ab dem Moment, sie hob ihren Zeigefinger, in dem ihr plötzlich großer finanzieller Wert beigemessen würde, so meinte die Kunst, wäre sie augenblicklich zudem auch noch völlig sinnlos. Sozusagen vor lauter Scham, kicherte sie leise. Wenn die Welt sie nun für so sinnlos betrachtete, dann würde mit ihr natürlich nirgends Handel betrieben. Paradoxerweise wäre dies allerdings ihre einzige Chance, so witzelte meine Kunst, um wieder zu ihren eigentlichen Werten zurückzufinden. Ja, das sei letztendlich das Los der Kunst, erläuterte meine Geliebte, wer sie aus dem Hut ziehen könne, der hätte gewonnen. Ich gestehe, ich war ganz hin und weg von diesen Erläuterungen. Auch empfand ich meine Kunst, wie sie so überaus keck und selbstbewußt vor mir stand, nicht einmal ansatzweise als schamhaft. Ganz im Gegenteil, ich würde unterstreichen, enthemmt-schamlos entfaltete sie vor meinen Augen ihren eigenlichen Charme und ungeheuren Liebreiz.

Unsere Augen verschaffen uns eine Menge Freude

Es gab eine Zeit, in der das Wünschen noch geholfen hat. Denn es war die Zeit, in der ein Anfang kein Ende suchte. Wie so vieles, so waren auch Anfang und Ende nicht voneinander getrennt wurden. Ein einzelner Keim beherbergte keine Blüte, die er bei Bedarf der Sonne präsentierte. Vielmehr war es so, dass der winzigkleine Keim selber schon eine wunderbare Blüte darstellte, ohne es recht zu begreifen. Diese Zeit, von der ich hier rede, hatte etwas Märchenhaftes an sich. Etwas, was weit vor den heutigen Geschehnissen angesiedelt war und mit den Dingen, wie wir sie zu kennen glauben, nichts gemein hat.