Wofür die Kunst steht…

Was weiß die Kunst, was wir nicht wissen, fragt die Kulturstiftung die Menge.

Doch diese Frage ist völlig falsch formuliert. Wofür steht die Kunst, was haben wir im Laufe der Zeit leider vergessen? Diese Frage wäre weit hilfreicher für uns.

 

„automatistisch“

Meine Kunst ist automatistisch. Sie ist von mir aus den Wörtern „Automatismus“ und „autistisch“ geschmiedet wurden. Das Schmieden eines neuen Wortes ist eine jahrhundertealte Kunst, die Handwerksgeschick, Geduld und ein grundlegendes Verständnis der Materialien erfordert. Wichtig sind die Wahl des Materials oder Motivs, das Schmiedefeuer des eigenen Herzens entzünden, das Formen bzw. liebkosen des „Rohlings“, der Idee, Wärmebehandlung, das Schleifen und ewige Polieren der Kunst. So lange die letzten Sterne noch nicht zu Eisen erstarrt sind, solange werde ich mich automatistisch bemühen.

unschmeichelhaft, also wahr

Ein unwahres Bild ist paradoxerweise jedes Bild, was uns wahr erscheint. Ich denke, ein Bild kann von mir nur als wahr angesehen werden, wenn es mich in keinster Weise repräsentiert. Es soll mir nicht schmeicheln, das ist mir wichtig.

Ermittlungen über mich selber…

Mein Tagebuch zu führen bedeutet Disziplin, es stiftet Identität, führt mich tief in den eigenen Kaninchenbau. Dorthin, wo auch der Minotaurus haust und mit mir zusammen erst mein Ich bildet. Es bleibt halt kompliziert…

Wie immer stehe ich am Rand eines Anfangs… und blicke ihn an. Bis er auch mich anschaut. Dann gehen wir weiter… immer weiter…

Meine Kunst, meine autonome Kunst

All meine Kunst… in ihrer Autonomie… und versteckt in meinem Atelier. Ein Kunstwort fällt mir dazu ein: „Autonymität“, meine Verbindung von „Autonom“ und „Anonymität“… one secret marriage… ich bin Bräutigam und Braut in einer Person. Ich vermähle mich und nehme mir selber die Beichte ab. Das ist meine Kunst, meine autonome Kunst.