Retrospektive

Das Phänomen der Zeit wurde mir zu dem Zweck gegeben, um eine Ordnung zwischen den einzelnen Dingen herzustellen. Meine kleinste Retrospektive besteht deshalb nicht aus einem Bild, sondern aus zwei Bildern. Zwischen „Dornröschen“ und „Georg Trakl“ spielt sich mein Leben ab, blüht mein Werk.

Mutter mit Kind

Das erste Vorbild, auch im Wortsinn, das Bild, das ein Mensch als erstes vor Augen hat, ist fast immer das Bild der Mutter. An diesen nicht selbst ausgesuchten Vor-Bild bildet sich das Ich des Menschen. Der kleine Mensch lernt, wer er ist; er lernt, ob die Welt es gut mit ihm meint… oder eher nicht.

Auf unserem Bild heißt das Kind Arthur Schopenhauer. Es betrachtet seine Mutter und ist von folgendem überzeugt: „Mit mehr Fug, als das schöne, könnte man das weibliche Geschlecht das unästhetische nennen. Weder für Musik, noch Poesie, noch bildende Künste haben sie wirklich und wahrhaftig Sinn und Empfänglichkeit; sondern bloße Aefferei, zum Nutzen ihrer Gefallsucht, ist es, wenn sie solche affektiren und vorgeben.“ Ach, armer Arthur. Love is the answer / It’s the answer to the questions in your mind / Love is the answer / It’s the answer, if you’re looking you will find…

Albumblatt für die Wahrheit

Sprache ist unbrauchbar, wenn es darum geht, die Wahrheit zu sagen. Und Bildern geht es in diesem Punkt nicht viel besser. Aber ich habe ein Talent: ich kann mich an alles erinnern, und schaff auch alles aus dem Erinnern. Vor allem die Wahrheit meiner Kunst.

Sprache und Schweigen

Glaube mir und denk, ich sags aus tiefster Seele dir: die Sprache ist ein großer Überfluss. Das Beste bleibt dich immer für sich und ruht in der Tiefe, wie die Perle im Grunde des Meers. (Friedrich Hölderlin)

Albumblatt für ein Märchen

Märchen sollte man nicht als eine einfache Erzählform betrachten, sondern in ihnen die Dichte des Traumerlebens erfahren. Ihre Weisheit ergibt sich nicht aus einem banalen Gerede, sondern aus der Wahrheit unserer Träume.