Die subversive Kraft des Humors

Ich habe früher immer versucht, meinen Frühstücks-Bacon in der Pfanne knusprig zu bekommen. Das funktioniert manchmal, aber meistens eben nicht und alles wird irgendwie lapprig oder verbrennt. Viel einfacher geht es wenn man den Frühstücks-Bacon auf ein Backblech legt und das Backblech in den kalten Backofen auf mittlerer Höhe gibt. Und erst dann den Ofen auf ca. 200 Grad startet. Gute 10 Minuten kann man das alles ohne schlechtes Gewissen unbeaufsichtigt lassen. Danach sollte man jedoch davor stehen bleiben, ansonsten kann es ganz schnell gehen und unser Bacon verbrennt. Das gilt besonders beim ersten Mal… egal ob nun Backofen oder Galerie, erstmal stehenbleiben und schauen. Nun gut, wie dem auch sei: Der Maler Francis Bacon war Asthmatiker und Alkoholiker, ein hemmungsloser Spieler und Sado-Masochist, drogenabhängig, krankhaft eifersüchtig und … ich weiß nicht genau zu sagen warum, aber ich erfreue mich an seinen Werken. Sie inspirieren mich einfach. Hin und wieder sogar zu einem Kalauer.

Über die Vergänglichkeit der Idylle

Vor drei Jahren verstarb Mutti. Und Vati ist nun schon acht Jahre fort…

Deshalb fällt es mir wohl ein: „Memento Mori“→„Erinnere dich des Moments / Bedenke, dass du sterben musst“. Meine Blog-Beiträge sollen und müssen am heutigen Tag kaleidoskopisch sein. Denn die Zeit ist ein erinnerndes Spielzeug, bei dem durch mehrfache Spiegelung von bunten Bildern aus meinem tiefsten Innern, sich jeweils neue Tableaus und Muster zusammenfügen; alles erzeugt eine mich bezaubernde Nostalgie.

Solch eine Nostalgievision ist ein idyllisches Gefühl, das riecht, schmeckt und klingt – und das mich, so hoffe ich, bis zum Alter in seinen Bann ziehen wird. An die gute alte Zeit erinnere ich mich sehr gerne. An damals, als ich noch Kind war, als die Welt noch heil und die Zukunft rosig war …

… als Vater und Mutter noch zugegen waren und liebevoll meinen Namen riefen: „Memento Mori“

* Christian Hofmann von Hofmannswaldau

ziele genau ins dunkel

Pluto ist der größte und zweitmassivste bekannte Zwergplanet unseres Sonnensystems und das am längsten bekannte Objekt des Kuipergürtels. Er bewegt sich auf einer noch exzentrischeren Bahn um die Sonne als der Planet Merkur. Um Pluto sehen zu können, ist ein Teleskop mit einer Öffnung von mindestens 200 mm nötig. Derzeit wandert er durch das Sternbild Schütze und wird 2023/2024 in den Steinbock wechseln…

Im „Café Liebe“

„Was denkt der Liebende von der Liebe? Kurz gesagt, nichts,“ notiere ich mir in/auf meinen Notiz-Blog. Und füge noch hinzu: „Der dunkelste Platz ist immer unter der Lampe.“ Diese Merksätze skizzieren für mich meine tiefverwurzelte Überzeugung, dass Fantasien im „Café Liebe“ nicht schamlos ausgelebt werden, sie müssten zerplatzen wie Seifenblasen…

Fantasien erleuchten vielmehr alle Winkel meines Daseins. Nein, das Leben im „Café Liebe“ macht keine Anstalten sich wichtig zu nehmen. Es ist nicht mehr als das Löffelchen, mit dem ich verträumt meinen geliebten Espresso umrühre, während ich gleichzeitig meine Gedanken von der Leine lasse. Sie tollen herum, mit neugierig kindlicher Fröhlichkeit. Nicht auf Befriedigung bin ich aus, sondern vielmehr auf der Suche nach Vorstellungen einer mich bezaubernden Welt. Der wahre Ursprung der Welt ist kein skandalträchtiges Bild à la Gustave Courbet, ein Bild, bei dem Skeptiker gerne die Frage in den Raum stellen: „Besitzt der Akt auf dem Gemälde überhaupt einen Kopf?“ Ehrlich jetzt? So treten Sie an ein Kunstwerk heran? Formal-analytisch. Im „Café Liebe“ mach` ich mir über so etwas wahrlich keinen Kopf. Der Ursprung meiner Welt liegt für mich nämlich vielmehr in all jenen Cafés verborgen, deren Eingangstüren allesamt als Fluchttüren funktionieren und hinter denen ich mich vor der Welt der Skeptiker in Sicherheit bringen kann.