Die Liebenden (Tristan & Isolde)

Isolde: Darf ich dich fassen? – Tristan: Kann ich mir trauen? –  Isolde: Endlich! Endlich! – Tristan: An meiner Brust! – Isolde: Fühl ich dich wirklich? – Tristan: Seh ich dich selber? Isolde: Dies deine Augen? – Tristan: Dies dein Mund? – Isolde: Hier deine Hand? – Tristan: Hier dein Herz? – Isolde: Bin ich’s? Bist du’s?…

Die Liebenden (Romeo & Julia)

Julia: Wer bist du, der hier, in Nacht gehüllt, mein einsames Selbstgespräche belauscht? – Romeo: Durch einen Namen weiß ich dir nicht zu sagen, wer ich bin; mein Name, theure Heilige, ist mir selbst verhaßt, weil er ein Feind von dir ist. Ich wollt‘ ihn zerreissen, wenn ich ihn geschrieben hätte…

verhalten verzichten drücken unterwerfen hinnehmen verdrängen betäuben schmerz unempfindlich machen

Mein Bild

…den phantomen enthoben von denen wir umgeben sind… dem digitalen morphing und dem photoshop die bloss noch bilder produzieren die keinem körper mehr gehören imaginäre unsterblichkeiten mit denen wir diese feige sterbensangst wie einen lautlos in der glasglocke hallenden schrei anästhetisieren… (aus: „ERSTE ERDE EPOS“; Raoul Schrott)

Studiere die Vergangenheit, um die Zukunft zu erkennen*

Studiere die Vergangenheit, um die Zukunft zu erkennen*… so werden aus kiesel faustgrosse steine: konglomerate aus kristallen reiskügelchen und stäuben die um eine blaue sonne kreisen… ( *Meister Lie. Und Raoul Schrott; „ERSTE ERDE EPOS“) … eine blaue Vergangenheit… meine Vergangenheit, eine Landschaft aus Bildern unter einem unendlichen Nebenhimmel.

Nebenhimmel * Kosmogonie * Versuch an einem lebenden Tierherzen

Oja, mein Nebenhimmel ist gespickt mit Zitaten. Oft fällt mir aber leider gar nicht mehr ein, wer dieses oder jenes Bonmot sagte. War es Albert Einstein, Niklas Luhmann oder vielleicht Marie Luise Kaschnitz? Oje… all diese Intellektuellen. Ein leibhaftiger Verstoß gegen die Demokratie, denn torpedieren sie nicht durch ihre immense Bildung den Gleichheitsgedanken unserer Demokratie? Das wär ja blöd, dumm gelaufen. Stimmt; alle Menschen sind gleich. Bestimmte entwickeln sich weiter, werden zu einem Bergmassiv der Ästhetik, an dem viele von uns abzustürzen drohen. Oder sich die Zähne ausbeißen.

Wer Grips hat, verliert auch schonmal den Verstand. Aber das Risiko gehe ich allzu gerne ein, wenn ich mich auf meinen Weg mache…

 

Kalendersprüche / Weisheiten für jeden Tag des Jahres

Tagebücher (wie dieser Blog) archivieren mir die Last/Lust der Vergangenheit, die sich schamlos mit der eigenen Gegenwart einlässt. Mein Ich beschreibt, wie es in Position geht. Ein späteres Ich stellt dann fest, wie falsch oder richtig es ist/war, positioniert sich selber neu und so fort… Eigene Texte verschwimmen im Dunkeln. Jedes Ich schreibt sich blind. Vom Anfang bis Ende kuscheln sich Bilder unter meinen Lidern, die ohnmächtig an einer Wand herunterrutschen, wie zähflüssiger Honig. Meine Zunge rudert durch die Worte, die meine Finger choreografieren, so als wären es Bälle, Keulen, Bänder, die ich zur Hand nehme, um anzugeben vor mir selbst. Ich gehe von Schweigen zu Schweigen. Und schubse mich weiter von Wort zu Wort. Satzniederschläge lassen schnell den Keller voll laufen, der all meine Bilder beinhaltet. In Gläsern regaleweit eingemacht für dürre Zeiten.

Kunst=Reflexionen

…will sagen …“Sun sun sun / Burn burn burn / MOON, MOON, MOON / I will get you…“ denn was bedeutet mir Kunst anderes als solche schlaglichtartigen, fast irren Betrachtungen/Beschreibungen über die Bedingungen des Menschseins… „Some outlaws lived by the side of the lake / The minister’s daughter’s in love with the snake / Who lives in a well by the side of the road / Wake up, girl! We’re almost home / We should see the gates by mornin’ / We should be inside by evening / I am the lizard king / I can do anything*“… = KUNST

(* Jim Morrison)