La Fiesta

Mich grüßet mancher träge, der einst mich kannte wohl. / Die Welt ist allenthalben der Trübsal übervoll … denn auf der fundamentalen Ebene der Quantengravitation (einer derzeit noch in der Entwicklung befindliche Theorie) ist die Zeit völlig verschwunden.

Nur unter wohldefinierten speziellen Umständen ergibt sich laut obiger Theorie noch ein ungefährer Zeitbegriff, der mit dem Zeitbegriff in der einsteinschen Relativitätstheorie übereinstimmt. Unsere ”Illusion von Zeit“ entstehe durch eine wechselseitige Beziehung mit dem ”Rest des Universums“, heißt es, entsprechend der Lektüre eines Buches, dem Spielen einer Partitur oder beim meditativen Betrachten eines Bildes … es gibt schlicht keine Zeit, kein vorher, kein nachher. Die Frage, was als ”nächstes“ passiert, ist völlig bedeutungslos. Und deshalb gedenk ich an manchen gar wonniglichen Tag, / Zerflossen sind sie alle, wie in das Meer ein Schlag! (Meine derzeit noch in der Entwicklung befindliche Kunsttheorie.)

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Werk, schau!

Mein Werk, schau, was du aus mir gemacht hast. Ich bin aufgestanden und habe mich dann gesetzt, um ein Lied zu schreiben…

… oder ich blieb stehen, nur um für dich zu tanzen. Ich habe einem Gott und den von mir geliebten Wein besungen. Und das in nur einem einzigen Atemzug. In solch einem trunkenen Lied versuche ich auszusprechen, was andere Stimmen um uns herum gerne verschweigen. Derart berauscht, letztlich auch von dir, erhielt ich meine ganz persönliche Stimme… so hoffe ich jedenfalls. Sie wirke, so sagt man, wenn man mir schmeicheln möchte, sehr galant. Vielleicht aber auch zu erotisch. In meinen Augen und Ohren ist sie gemacht für ein zartes Werben. Das Lied hab ich gemacht weiß nicht über wen. Vielleicht stimmt das sogar, vielleicht aber auch nicht. Meine Hingabe (an wen auch immer) geschieht heimlich und bedarf in guter Troubadourenart nur ganz beiläufigen Bemerkungen über den eigentlichen Adressaten. Es stimmt schon, ich spiele mit Rätseln und versteckten Hinweisen… Will you, won’t you want me to make you / I’m coming down fast but don’t let me break you / Helter skelter… das Drunter und Drüber sind für mich nämlich Hilfsmittel bei der Suche nach einer Erkenntnis. Ständig halt ich Ausschau und erwarte deinen Einfluß und deine Innovation, du, mein Werk: When I get to the bottom I go back to the top of the slide… Helter skelter… Ich sah sie noch nie und lieb sie doch sehr. Sie ist also wie du selbst.

Monster des Alltags

Jedes meiner Bilder ist ein von mir geliebtes Monster des Alltags, gespeist aus Versuchungen, Geständnissen des Fleisches und des Geistes, gefüttert mit Verlockungen wider jede Vernunft, ein Geschöpf entsprungen einer annullierten Beichte, all ihre Metastasen flüstern: sammel dich.

Alles eine Frage der Kameraeinstellung

Fotografien gelten seit langem als Wegweiser der Vergangenheit, als Möglichkeit, das, was war, in dem, was ist, zu bewahren. Anders als Gemälde, die einen Gegenstand erfinden können, bewahren Fotografien in einem realen Zeitmoment. Schreibt Siri Hustvedt in „Alte Bilder“. Das mag ich so nicht unbedingt sehen. Meine Kamera hat nämlich folgende Einstellung zu den Bildern meines Lebens: Halluzinationen und wahr.

Rendezvous mit einem Vampir

Folgende Szene spielt in Bayreuth. Ich stehe am Grab von Richard Wagner und lausche.

Aus der Tiefe des Grabes ruft Wagner zu mir empor: „Hojotoho! Hojotoho! Heiaha! Heiaha!…Waltraute, Grimgerd‘ und Rossweisse! Heiaha!“

Es ist also wie immer, ich habe Wagner nie so recht verstanden.