Meine Verschränkung, meine große Verschränkung, sie ist ein rein künstlerisches Phänomen, bei dem zwei oder mehr Teilchen untrennbar miteinander verbunden sind, sodass der Zustand des einen Teilchens den Zustand des anderen augenblicklich bestimmt, unabhängig von der Entfernung… über Jahrzehnte hinweg.
Autorenarchiv: detlef
Gedanken zu meiner Poesie der Bilder
Spielkarten mischt man am besten, so sagte jemand zu mir, indem man den Stapel teilt und die Hälften entweder ineinander gleiten lässt, mein Gegenüber nannte dies seine berühmte Riffle-Shuffle-Technik, oder aber, so er, man müsse sämtliche Karten in einer Hand von oben nach unten durchschieben. Ein Überhandmischen, so nannte mein neuer Freund dieses akrobatische Verfahren.
Wie aber mische ich mein Werk durch, fragte ich. Mein Ring-, mein Mittelfinger und mein Daumen halten den jewiligen Bilderstapel gespannt? Wohingegen der angewinkelte Zeigefinger gegen die Rücken des gewaltigen Bilderstapels…und was macht!? Keine Antwort. Ich schlenderte daraufhin durch meinen „Ateliergarten“ und pflückte wahllos einen kleinen Strauß Bilder.
Chrysanthemen versprühen bekanntlich Optimismus, Amaryllis ermutigen zu Entschlossenheit, Vergissmeinnicht drückt Dankbarkeit für Liebe und Freundschaft aus; meine Werke dagegen, sagte ich mir, sie welken nicht, sind aber Fragmente geworden… direkt bei ihrer Entstehung. Zusammen erspielen sie sich jedoch ein wahres Ganzes…
Heiliger Schlendrian
Ich schlendere / an meinem Herzensgrund entlang / Und wie im Traume heb ich auf / Und schleppe hinterdrein den Fang / Und krieche durch einen Weidenhang / Der eng einen Rasenhang umschmiegt / Wo, tief verborgen selbst am Tag der Nacht im Traum / Ja, was? / Was find ich dort…?
… dort wo meine Küsse ankern / liegt meine Liebe im Hafen.
Was finde ich am Herzensgrund meiner Kunst? Das ist die Frage, ich ich mir immer und immer wieder stelle. Denke ich für mich alleine so darüber nach, dann weiß ich genau, was es ist. Soll ich das Phänomen aber einem Gegenüber exakt erklären, fehlen mir die richtigen Worte dafür. Meine Kunst und ich, wir liegen auf und in einem Zungenbett, Tag für Tag, Nacht für Nacht, Traum für Traum. Oja, ich bin von solch einer Sprache krank, bin nach solch einer Sprache krank. Aber, so die Kritiker, so eine Sprache der Kunst, die versteht doch niemand. Ja, richtig, aber eine Sprache, die man versteht, die hilft ja nicht. Genau so wenig wie die Medizin, die einem schmeckt, niemandem weiterhilft, so entgegne ich. Die Sprache meiner Kunst ist deshalb oft bitter, sie schmeckt leicht traurig, schmeckt nach Regen, frisch gemähtem Gras, nach Tautropfen in langem Haar.
Die Sprache meiner Kunst, sie lügt nicht. Weil sie nicht die Wahrheit sagen will.
Zur Feier des Tages…
Laborbericht #1
Laborbericht #2
Barocke Kinder
Meine Kunst schmeckt nach frischgemähten Gras, nach Tautropfen in langem Haar. Die Sprache der Kunst versteht nicht zu lügen, weil sie gar nicht wahr sein will. Die Sprache der Kunst ist eher ein Gurren, ein Zirpen, ein Brummen oder Schnurren, ein Magengrummeln oder ein Herzklopfen … klopf klopf an meinem Herzensgrund entlang.
Mein Glashaus
… und das Herz ist beschwert mit Steinen. Damit will ich die Realität bewerfen, die vor meinen Fenstern vagabundiert. Was meine Kunst wirklich interessiert, das ist eine andere Realität. Eine Realität, die seien könnte. Um wahr zu sein, muß meine Kunst deshalb die Wirklichkeit bis zur Unkenntlichkeit verzerren.


























