Memento mori

Du oder Ich / oder irgendein Schläfer meines Names / Du, der mich mit einem andern verwechselte / der mich aufweckte für einen anderen, / Du, der mich ausschloß aus ihrer Eitelkeit, / Du, er mich erfand, Du meine einzige Poesie… (Thomas Bernhard)

Meine Felix-Vallotton-Kopie

Über den Künstler Felix Vallotton lese ich, dass zu seinen Schwächen wahrscheinlich zu viel Überlegtheit und Kontrolle, weniger Faulheit oder Schlampigkeit zu zählen wären. Mir würde es durchaus gefallen, wenn solch eine Charakterstudie unter „besondere Merkmale“ in meinem Personalausweis stünde. Das würde so vieles für meine Krikiker leichter machen. Vallotton schrieb zudem: „Künstler meines Niveaus haben das Nachsehen.“ Ob eventuell für diesen Satz in meinem Personalausweis auch noch Platz wäre? Dann wäre doch eigentlich alles gesagt.

Vallotton soll schon fast paranoid auf seine Zeit geblickt haben. Verstehe. „Paranoid“ könnte bei mir unter Konfession vermerkt werden.

Private Kunstausstellung

Der Grund der obigen Grafik (Abb. bearbeitete Reproduktion des Originals) ist ganz einfach: Immer wieder ist es mir ein großes Anliegen mein Werk auszulagern, es zu verschicken, es zu zerstreuen… unter bzw. zu den Freunden zu bringen. Dorthin, wo es gut aufgehoben ist. Wo es Verständnis und Liebe erfährt.

Das Credo

Bei jenen Nicht-mehr-Tieren, bei Philosophen, Künstlern und Heiligen macht die Natur, die niemals springt, ihren einzigen Sprung, und zwar einen Freudensprung (Nietzsche).

Aber nur, so glaube ich, wenn wir Künstler, die wir in unser Atelier gehen, dafür Sorge tragen, dass wir nicht Wahnideen für Investitionen gebären, sondern Provilaxe betreiben gegen die Entartung unserer Seelen.

 

Durch Liebe gefangen

(„Die Liebe der Leute zu spüren, die auch wir lieben, ist ein Feuer, das unser Leben nährt.“ Pablo Neruda  //  „Keiner kann uns sagen, dass wir Unrecht haben / Wir suchen schon so lange unsere Herzen.“ Pat Benatar)

An lichtgewobener Kette

Aus meinem Skizzenalmanach: „An lichtgewobener Kette muß ich hängen / Aus hohen Himmeln in das trübe Leben, / Genötigt hin und her zu schweben, / Weil sanfte Ätherwellen mich bedrängen…

Man haucht mich an mit Worten und mit Klängen, / Und schon will meine Flügelwaage beben. / Um die Erschütterungen aufzuheben, / Dreh ich mich in den ewigen Gesängen…“ (Ach, Hugo Ball, mein guter Freund, Du formulierst exakt die Worte, die es verstehen meinen Engel ganz tief in seiner Seele zu berühren und ihn zauberhaft für mich beschreiben. Und ich fürchte mich deshalb auch nicht vor ihm, diesem Wesensbild der eigenen Person. Im Gegenteil.) Denn „so sieht man wohl in frommen Kemenaten / Aus Watte und aus Werg an einem Faden / Die Geistestaube schweben im Geviert.“

Nachtidyll

Mir war bis dato gar nicht bewußt, dass ich auf einem meiner neuen Bilder die Buchstabenkombination CAE lesen kann, die Abkürzung für Computer-aided engineering. Dieses Kürzel steht also (auf gut deutsch) für eine rechnergestützte Entwicklung, was jetzt wiederum hervorragend zu einer Spezifikation all meiner „New Digital Paintings“ passen könnte. Allerdings ist CAE schlichtweg kein schöner Titel für ein Bild. Denn „gern von meinem Fenster schau ich / Träumend in die schönen Nächte, / Wenn Selenes Silbernadeln / Emsig stickend, leis erklingen…“ Ob rechnergestützt oder nicht, ich „fühle vor der feinen Arbeit / Immer mich als wie vor Wundern / Und die flügelmüde Seele / Läßt sich still zur Ruhe nieder.“ *

(*Hugo Ball)