No Logo?

Ist Kunst wirklich nichts weiter als ein Slogan (Devise, Losung, Motto, Parole, Schlagwort, (Leit-, Werbe-, Wahl-)spruch) abgeleitet vom schott. slogan (Schlachtruf), welches sich von der älteren Form slogorn (Kennwort, Losungswort) und dieses wiederum abgeleitet vom gäl. sluagh-gairm (Schlachtruf = sluagh (Heer) und gairm (Lärm, Schrei))… auf einer Pappe verewigt und bei einer Demonstration stolz in die Höhe gereckt?

Oder entfaltet sie nicht vielmehr, weil sie sich von jeher bedroht fühlt, vor unser aller Augen ihre märchenhaften Bilder=Flügel, die vergleichbar einer poetischen Stille, sich komplett einer Vivisektion durch unsere Alltagssprache entziehen?

Der Wind der Veränderung

Mein Herumstöbern im Atelier ließ mich auf ältere Werke stoßen, auf Bilder, die ich schon fast vergessen glaubte. Zu obigen Bild fiel mir ganz spontan folgender Satz ein: „Wenn der Wind der Veränderung weht, suchen manche im Hafen Schutz, während andere die Segel setzen“. Und augenblicklich hisste ich dies zauberhafte Segel, um mich neugierig auf ein offenes „mehr“ hinaustreiben zu lassen…

Träume der Träumenden

Die Träume der Träumenden gehen die Lebenden nichts an? Die Lebenden wollen die Träume nicht in ihre Welt lassen? Wer aber sind denn die Lebenden? Die Betrachter von Bildern etwa? Diese Gruppe von Menschen, die in der fortwährenden Debatte gefangen ist, ob man Bildern einen „grammatikalisch richtigen Oralismus“ aufzwingen soll und kann. Sollte man nicht eher akzeptieren, das Bilder ihre eigene Sprache „sprechen“, ihre eigene Sprache zeigen=zeichnen. Wir mit unserer akademischen Bildung und Grammatik sind es doch, die „zeichengeschädigt“ sind, nicht die Bilder. Wir sollten ihre Poesie lernen zu sehen und dann versuchen diese, in eine den Bildern angemessene Sprache, zu übersetzen. Wir Lebenden sind die „Sehgeschädigten“. Nicht die Träumenden.

„Zahlreich sind die Bezeugungen der Wichtigkeit, die der Analyse der Träume als unerlässlicher Praxis für das Leben nicht nur bei den großen Anlässen, sondern auch im alltäglichen Lauf der Dinge zugestanden wurde.“ (Michel Foucault)

eins im anderen

nicht nur aufeinander einwirken sondern eins im anderen leben – als beruhe alles auf den wandlungen einer seele (Raoul Schrott) Oft ist es mir, als würde ich meine Bilder nicht malen, sondern viel eher ist es, als würde ich sie aufschreiben … und während ich schreibe, verfestigt sich das Bild unter meinen Fingern. So kommt eins zum anderen. Es wird eins im anderen.

vor der grenze

… H.C. Artmann begleitet mich ein Stück des Weges über den Friedhof. Bis er plötzlich, wie von einer Bö ergriffen, verweht. Zurück bleiben schattenhafte Zeilen auf einer Mauer. Und präparierte Gräber, in deren Mitte ich mich wähne. Ein Muster aus polierten schwarzen Flächen in einer kleinen Bucht aus Kies und Geröll.